










Spitzbergen Reiseguide 2026: Sehenswürdigkeiten, Eisbären & Reisetipps
Spitzbergen gehört zu den außergewöhnlichsten Reisezielen Europas. Weit nördlich des Polarkreises erwartet dich eine Landschaft aus Gletschern, schroffen Bergen, Fjorden und endloser arktischer Wildnis. Dazu kommen Eisbären, Walrosse, Polarfüchse und Rentiere sowie die extremen Gegensätze zwischen Mitternachtssonne und Polarnacht.
Das Zentrum einer Reise ist normalerweise Longyearbyen, die größte Siedlung des Svalbard-Archipels. Sie liegt auf der Hauptinsel Spitsbergen und dient als Ausgangspunkt für die meisten Touren in die arktische Natur. Trotz der abgelegenen Lage findest du hier Hotels, Restaurants, Museen und zahlreiche organisierte Aktivitäten.
Spitzbergen ist allerdings kein gewöhnliches Reiseziel. Außerhalb der Siedlungen gelten besondere Sicherheitsregeln, unter anderem wegen der Eisbärengefahr. Seit 2026 gelten zudem aktualisierte Vorschriften für Reisen und Aktivitäten im Gelände. Bei organisierten Touren übernimmt der Veranstalter die entsprechenden Verpflichtungen.
In diesem Spitzbergen Reiseguide zeige ich dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse rund um Longyearbyen, die schönsten Ausflüge, Möglichkeiten zur Tierbeobachtung sowie Touren mit Hundeschlitten, Schneemobil oder Boot. Dazu bekommst du praktische Informationen zu Anreise, Sicherheit, Reisezeit, Unterkünften und der Planung deiner Reise in die Arktis.
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Inhaltsverzeichnis – Spitzbergen Reiseguide
1.Spitzbergen auf einen Blick – Quick Facts
2.Wo liegt Spitzbergen? – Svalbard & Spitsbergen erklärt
3.Longyearbyen – das Zentrum deiner Reise
4.Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Spitzbergen
5.Svalbard Museum & North Pole Expedition Museum
9.Walrosse, Rentiere, Polarfüchse & Wale
10.Die schönsten Fjorde & Gletscher
12.Hundeschlitten auf Spitzbergen
15.Gletscherwanderungen & Eishöhlen
17.Mitternachtssonne & Polartag
18.Barentsburg – Ausflug in die russische Siedlung
19.Pyramiden – die verlassene Bergbausiedlung
20.Ny-Ålesund – eine der nördlichsten Siedlungen der Welt
25.Anreise & unterwegs auf Spitzbergen
26.Übernachten in Longyearbyen
28.Packliste Spitzbergen und Reisetipps
29.Beste Reisezeit für Spitzbergen
31.Aktivitäten auf Spitzbergen buchen
33.FAQ Spitzbergen
Spitzbergen auf einen Blick – Quick Facts
Spitzbergen ist kein gewöhnliches Norwegen-Reiseziel. Die Inselgruppe liegt weit nördlich des Polarkreises zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Entsprechend außergewöhnlich sind Klima, Tierwelt, Landschaft und Lichtverhältnisse.
Quick Fact | Information |
Land | Norwegen |
Archipel | Svalbard |
Hauptinsel | Spitsbergen |
Verwaltungszentrum | Longyearbyen |
Lage | Arktischer Ozean, weit nördlich des Polarkreises |
Longyearbyen | ca. 78° Nord |
Einwohner Svalbard | rund 3.000 |
Sprache | Norwegisch, Englisch weit verbreitet |
Währung | Norwegische Krone (NOK) |
Zeitzone | MEZ (UTC+1) / MESZ (UTC+2) |
Anreise | hauptsächlich per Flugzeug nach Longyearbyen |
Flughafen | Svalbard Airport Longyear |
Beste Reisezeit | abhängig vom Erlebnis: Winter, Polarsommer oder Übergangszeit |
Mitternachtssonne | ungefähr Ende April bis Ende August |
Polarnacht | ungefähr Ende Oktober bis Mitte Februar |
Nordlichter | besonders während der dunklen Jahreszeit |
Typische Tiere | Eisbär, Polarfuchs, Spitzbergen-Rentier, Walross, Seevögel und verschiedene Walarten |
Landschaft | Gletscher, Fjorde, Berge, Tundra & arktische Küsten |
Straßen zwischen Siedlungen | keine |
Typische Aktivitäten | Bootstouren, Wandern, Hundeschlitten, Schneemobil, Gletschertouren |
Besonderheit | eine der nördlichsten dauerhaft bewohnten Regionen der Erde |
Wo liegt Spitzbergen? – Svalbard & Spitsbergen erklärt
Spitzbergen liegt weit nördlich des Polarkreises im Arktischen Ozean, ungefähr zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Die Inselgruppe gehört zu Norwegen, unterscheidet sich landschaftlich und klimatisch aber deutlich vom norwegischen Festland.
Von Tromsø bis Longyearbyen sind es rund 950 Kilometer Luftlinie. Vom Nordpol trennen Longyearbyen nur etwa 1.300 Kilometer. Diese extreme Lage macht Spitzbergen zu einem der nördlichsten Reiseziele der Welt, das vergleichsweise einfach mit einem Linienflug erreichbar ist.
Svalbard und Spitzbergen – wo liegt der Unterschied?
Hier entsteht häufig Verwirrung, denn im Deutschen wird Spitzbergen meist für die gesamte Inselgruppe verwendet.
Geografisch ist die Unterscheidung jedoch:
Svalbard = der gesamte Archipel
Spitsbergen = die größte Insel innerhalb des Archipels
Spitsbergen ist gleichzeitig die touristisch wichtigste Insel. Hier befinden sich Longyearbyen, Barentsburg und Ny-Ålesund sowie ein Großteil der Ziele, die du während einer klassischen Spitzbergen-Reise besuchen kannst.
Die wichtigsten Inseln von Svalbard
Neben Spitsbergen gehören zahlreiche weitere Inseln zum Archipel. Zu den größten zählen Nordaustlandet, Edgeøya und Barentsøya.
Große Teile dieser Inseln sind praktisch unbewohnt und nur im Rahmen von Expeditionen oder Schiffsreisen erreichbar. Rund 65 Prozent der Landfläche Svalbards stehen unter Naturschutz, was die außergewöhnliche arktische Landschaft langfristig bewahren soll.
Longyearbyen – Ausgangspunkt für deine Reise
Für die meisten Besucher beginnt das Abenteuer in Longyearbyen an der Westküste Spitsbergens.
Hier befindet sich der Flughafen und hier konzentriert sich auch die touristische Infrastruktur mit Hotels, Restaurants, Museen und Tourenanbietern.
Das Besondere wird dir spätestens außerhalb des Ortes bewusst: Zwischen den Siedlungen gibt es keine Straßenverbindungen. Andere Orte erreichst du abhängig von Jahreszeit und Ziel beispielsweise per Boot oder Schneemobil.
Eine Landschaft aus Eis, Bergen und Fjorden
Die Lage in der Hocharktis prägt die Landschaft. Rund 60 Prozent der Fläche Svalbards sind von Gletschern bedeckt. Dazu kommen schroffe Berge, breite Täler, Fjorde und arktische Tundra.
Gerade dieser Kontrast macht Spitzbergen landschaftlich so außergewöhnlich: Rund um Longyearbyen findest du noch einige Spuren menschlicher Besiedlung und des früheren Kohlebergbaus – wenige Kilometer weiter beginnt bereits nahezu unberührte arktische Wildnis.
Die wichtigsten Orte auf Spitzbergen
Für unseren Guide sind vor allem vier Orte interessant:
Longyearbyen – touristisches Zentrum und Ausgangspunkt der meisten Reisen
Barentsburg – russische Bergbausiedlung
Pyramiden – weitgehend verlassene ehemalige sowjetische Bergbausiedlung
Ny-Ålesund – internationale Forschungsstation und eine der nördlichsten dauerhaft bewohnten Siedlungen
Übersichtskarte Spitzbergen:
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Longyearbyen – das Zentrum deiner Spitzbergen-Reise
Für die meisten Reisenden beginnt und endet eine Spitzbergen-Reise in Longyearbyen. Die kleine arktische Siedlung liegt am Adventfjord auf der Hauptinsel Spitsbergen und ist das touristische und administrative Zentrum des Archipels.
Longyearbyen wirkt dabei zunächst überraschend modern. Zwischen den kargen Bergen findest du Hotels, Restaurants, Cafés, Geschäfte und Museen. Gleichzeitig erinnern alte Seilbahnmasten, ehemalige Minenanlagen und andere Relikte überall daran, dass die Geschichte des Ortes eng mit dem Kohlebergbau verbunden ist.
Wie groß ist Longyearbyen?
Longyearbyen ist klein genug, dass du viele Bereiche problemlos zu Fuß erkunden kannst. Laut Statistics Norway lebten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 2.512 Menschen in Longyearbyen und Ny-Ålesund zusammen.
Trotz seiner geringen Größe besitzt Longyearbyen für einen so abgelegenen Ort eine erstaunlich gute touristische Infrastruktur.
Was solltest du in Longyearbyen sehen?
Für einen ersten Rundgang würde ich vor allem diese Orte einplanen:
Svalbard Museum – sehr guter Einstieg in Natur, Tierwelt und Geschichte des Archipels
Svalbard Kirke – eine der charakteristischen Sehenswürdigkeiten Longyearbyens
North Pole Expedition Museum – über die Geschichte der Expeditionen in die Arktis
Taubanesentralen – historische Seilbahnstation aus der Zeit des Kohlebergbaus
Gruve 3 – ehemalige Kohlemine, die im Rahmen geführter Touren besichtigt werden kann
Zentrum von Longyearbyen – Cafés, Restaurants, Geschäfte und Galerien
Adventfjord und Adventdalen – beeindruckende arktische Landschaft unmittelbar vor der Siedlung
Visit Svalbard führt unter anderem die Kirche, das Svalbard Museum und das North Pole Expedition Museum als wichtige Attraktionen Longyearbyens auf.
Svalbard Museum – guter Einstieg in die Reise
Wenn du gerade erst angekommen bist, würde ich das Svalbard Museum relativ früh besuchen.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte Spitzbergens, seiner Natur und Tierwelt sowie dem Leben der Menschen in der Hocharktis. Dadurch bekommst du viele Hintergrundinformationen, die dir später bei Ausflügen und Touren helfen, die Landschaft besser einzuordnen.
Auf den Spuren des Kohlebergbaus
Der Bergbau hat Longyearbyen entscheidend geprägt. Noch heute gehören die alten Seilbahnanlagen zu den auffälligsten Elementen im Stadtbild.
Besonders interessant ist Gruve 3. Bei einer geführten Tour kannst du eine ehemalige Kohlemine betreten und bekommst einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wurde.
Auch die hoch über dem Ort stehende Taubanesentralen ist ein Relikt dieser Zeit. Sie war ein zentraler Bestandteil des Systems, mit dem Kohle von den Minen Richtung Hafen transportiert wurde.
Diese Bergbaugeschichte würde ich im Guide bewusst sichtbar lassen – sie gehört genauso zu Longyearbyen wie Eisbären und Gletscher.
Wie viel Zeit brauchst du für Longyearbyen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Ort würde ich ungefähr einen Tag reservieren.
Wenn du drei, fünf oder sieben Tage auf Spitzbergen bleibst, würde ich aber nicht mehrere komplette Tage ausschließlich im Zentrum verbringen. Der eigentliche Reiz beginnt außerhalb Longyearbyens.
Mein Grundprinzip wäre:
Longyearbyen als Basis + jeden Tag ein anderes arktisches Erlebnis.
So kannst du beispielsweise einen Tag für eine Bootstour, einen weiteren für eine Wanderung und – abhängig von der Jahreszeit – einen Tag für Hundeschlitten oder Schneemobil einplanen.
Wichtig: Die Grenze zwischen Ort und Wildnis
Bei Longyearbyen müssen wir einen Punkt immer wieder deutlich machen: Die Umgebung ist echte arktische Wildnis.
Ein Spaziergang durch den Ort ist etwas völlig anderes als eine Wanderung außerhalb der Siedlung. Gerade wegen möglicher Begegnungen mit Eisbären gelten außerhalb besondere Sicherheitsanforderungen.
Für normale Urlauber würde ich deshalb größere Touren in die Umgebung mit einem professionellen lokalen Guide unternehmen.
Mein Tipp: Plane Longyearbyen nicht nur als Übernachtungsort ein. Nimm dir am Anfang deiner Reise einige Stunden für das Svalbard Museum und einen Spaziergang durch den Ort. Danach verstehst du wesentlich besser, warum Bergbau, Forschung und die extreme arktische Umgebung Longyearbyen bis heute prägen.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Spitzbergen
Spitzbergen unterscheidet sich deutlich von klassischen Städtereisezielen. Die größten Sehenswürdigkeiten sind hier nicht einzelne Bauwerke, sondern die arktische Landschaft selbst: Gletscher, Fjorde, Berge und eine außergewöhnliche Tierwelt. Longyearbyen ergänzt diese Naturerlebnisse mit Museen und Relikten aus der Bergbau- und Expeditionsgeschichte.
Für eine erste Reise würde ich diese 10 Highlights besonders hervorheben:
1. Longyearbyen
Longyearbyen ist weit mehr als nur der Ausgangspunkt deiner Reise. Zwischen bunten Häusern, kargen Bergen und dem Adventfjord bekommst du einen guten ersten Eindruck davon, wie das Leben auf 78° Nord aussieht. Viele Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass du das Zentrum bequem zu Fuß erkunden kannst.
2. Svalbard Museum
Das Svalbard Museum gehört für mich zu den wichtigsten Stationen am Anfang einer Spitzbergen-Reise. Die Ausstellung verbindet Natur, Tierwelt und die rund 400-jährige Geschichte des Archipels und hilft dir dabei, viele spätere Erlebnisse besser einzuordnen.
3. Die Gletscher Spitzbergens
Gletscher gehören zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen des Archipels. Je nach Jahreszeit kannst du sie bei Bootstouren, Wanderungen oder geführten Gletschertouren erleben.
Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen dunklen Bergen, blauweißem Eis und den breiten arktischen Fjorden.
4. Isfjorden
Longyearbyen liegt an einem Seitenarm des gewaltigen Isfjorden. Für Besucher ist der Fjord eines der wichtigsten Tore in die arktische Wildnis.
Im Sommer gehören Bootstouren deshalb zu den besten Möglichkeiten, innerhalb kurzer Zeit viel von der Landschaft Spitzbergens zu sehen. Visit Svalbard empfiehlt Bootstouren ausdrücklich als Möglichkeit, die wilde arktische Natur zu erleben.
5. Eisbären & arktische Tierwelt
Der Eisbär ist das berühmteste Tier Spitzbergens – allerdings solltest du eine Reise niemals als Eisbär-Safari auf eigene Faust planen.
Eisbären können grundsätzlich überall auf Svalbard und zu jeder Jahreszeit auftreten. Außerhalb der Siedlungen sind deshalb besondere Schutzmaßnahmen notwendig. Für Urlauber sind organisierte Touren mit erfahrenen lokalen Guides die vernünftige Wahl.
Neben Eisbären kannst du mit etwas Glück Walrosse, Polarfüchse, Spitzbergen-Rentiere, Wale und zahlreiche Seevögel beobachten.
6. Gruve 3 & die Bergbaugeschichte
Die alten Minenanlagen gehören zu Longyearbyen wie die Gletscher zur Landschaft.
Eine besonders interessante Möglichkeit, diese Geschichte kennenzulernen, ist die ehemalige Gruve 3. Zusammen mit den historischen Seilbahnanlagen erinnert sie daran, dass Longyearbyen ursprünglich durch den Kohlebergbau entstand.
7. Pyramiden
Pyramiden ist einer der ungewöhnlichsten Orte Spitzbergens. Die ehemalige sowjetische Bergbausiedlung wurde 1998 weitgehend aufgegeben. Noch heute stehen dort Wohnhäuser und Industrieanlagen vor einer beeindruckenden arktischen Bergkulisse.
Wichtig für die Reiseplanung: Visit Svalbard vermarktet derzeit aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine über seine eigenen Kanäle keine regulären Touren nach Pyramiden oder Barentsburg. Das sollten wir im späteren Pyramiden-Kapitel unbedingt aktuell und neutral erklären.
8. Ny-Ålesund
Noch weiter nördlich liegt Ny-Ålesund auf 79° Nord. Die ehemalige Bergbausiedlung ist heute eine internationale Forschungsstation.
Der Ort ist außerdem eng mit der Geschichte der Polarexpeditionen verbunden. Von hier starteten unter anderem Expeditionen von Roald Amundsen Richtung Nordpol. Für Besucher ist Ny-Ålesund normalerweise im Rahmen organisierter Bootsausflüge im Sommer erreichbar.
9. Nordlichter & Polarnacht
Spitzbergen bietet ein Erlebnis, das selbst innerhalb Norwegens außergewöhnlich ist: Während der dunklen Jahreszeit kann es so dunkel sein, dass Nordlichter theoretisch auch tagsüber sichtbar werden können.
Visit Svalbard bezeichnet den Zeitraum von Oktober bis Ende Februar als Northern Lights Winter.
Das Erlebnis hat wenig mit einer klassischen Winterreise zu tun. Die Kombination aus Dunkelheit, Schnee und arktischer Landschaft verändert Spitzbergen vollständig.
10. Mitternachtssonne
Im Sommer entsteht der genau gegenteilige Eindruck. Die Sonne verschwindet über Wochen nicht unter dem Horizont.
Dadurch kannst du selbst spät am Abend noch durch eine vollständig beleuchtete arktische Landschaft blicken. Für Bootstouren, Wanderungen, Fotografie und Tierbeobachtungen ist diese Jahreszeit besonders interessant.
Welche Sehenswürdigkeiten würde ich beim ersten Besuch priorisieren?
Bei einer ersten Spitzbergen-Reise würde ich nicht versuchen, möglichst viele Punkte abzuhaken. Sinnvoller ist die Kombination aus:
Longyearbyen + Museum + eine große Fjord-/Gletschertour + ein geführtes Outdoor-Erlebnis + Tierbeobachtung
Damit erlebst du sowohl die Geschichte als auch die eigentliche Stärke Spitzbergens: die hocharktische Natur.
Wichtig: Seit 1. Januar 2026 gelten neue Field Safety Regulations für Reisen und Aktivitäten auf Svalbard. Wenn du als Teilnehmer einer organisierten Tour unterwegs bist, ist der Veranstalter für die entsprechenden Anforderungen und Verpflichtungen verantwortlich.

Svalbard Museum & North Pole Expedition Museum
Wenn du mehr über Natur, Geschichte und Polarexpeditionen erfahren möchtest, würde ich in Longyearbyen zwei Museen einplanen. Beide behandeln unterschiedliche Aspekte Spitzbergens und ergänzen sich deshalb gut.
1. Svalbard Museum – mein Top-Tipp
Das Svalbard Museum befindet sich im Svalbard Science Centre in Longyearbyen und ist für mich das wichtigste Museum auf Spitzbergen.
Die Dauerausstellung „Life in Light and Ice“ erzählt die Geschichte des Archipels und zeigt, wie Menschen über Jahrhunderte unter den extremen Bedingungen der Hocharktis gelebt haben. Thematisiert werden unter anderem Walfang, Jagd und Fallenstellen, Bergbau, wissenschaftliche Forschung und Tourismus.
Gleichzeitig bekommst du einen guten Überblick über die arktische Natur und Tierwelt.
Was gibt es zu sehen?
Besonders interessant sind die unterschiedlichen historischen Epochen Spitzbergens:
Walfänger – frühe intensive Nutzung der arktischen GewässerPomoren – russische Jäger und ÜberwintererTrapper – Leben unter extremen BedingungenBergbau – Grundlage für die Entwicklung LongyearbyensPolarforschung – wissenschaftliche Bedeutung SvalbardsTierwelt & Natur – Anpassung an die Hocharktis
Das Museum ist deshalb ein sehr guter Einstieg in die gesamte Reise.
Zeit: etwa 1–1,5 Stunden
Wann würde ich das Svalbard Museum besuchen?
Am besten am ersten oder zweiten Tag.
Viele Dinge, die du später draußen siehst – alte Minenanlagen, Trapperhütten, Tiere oder die besondere Vegetation – kannst du danach wesentlich besser einordnen.
Bei schlechtem Wetter ist das Museum natürlich ebenfalls eine gute Alternative.
2. North Pole Expedition Museum
Das North Pole Expedition Museum verfolgt einen völlig anderen Schwerpunkt.
Hier geht es um die dramatische Geschichte der Polarexpeditionen und Versuche, den Nordpol zu erreichen, insbesondere mithilfe von Luftschiffen und Flugzeugen.
Longyearbyen und besonders Ny-Ålesund spielten bei mehreren dieser Expeditionen eine wichtige Rolle.
Amundsen, Nobile & die Luftschiffe
Ein Schwerpunkt liegt auf den Expeditionen von Roald Amundsen und Umberto Nobile.
1926 überflog das Luftschiff Norge mit Amundsen, Nobile und ihrer Mannschaft den Nordpol auf dem Weg von Ny-Ålesund nach Alaska. Zwei Jahre später endete Nobiles Expedition mit dem Luftschiff Italia in einer Katastrophe, nachdem das Luftschiff auf dem Rückweg vom Nordpol abstürzte.
Das Museum zeigt historische Dokumente, Fotografien, Karten, Zeitungsberichte und weitere Objekte rund um diese Expeditionen.
Für wen lohnt sich das Museum?
Das North Pole Expedition Museum würde ich besonders empfehlen, wenn du dich für:
Polarforschung · Expeditionen · Luftfahrtgeschichte · Amundsen · Nordpolgeschichte
interessierst.
Wenn du dagegen nur sehr wenig Zeit in Longyearbyen hast, würde ich das Svalbard Museum priorisieren.
Wie viel Zeit einplanen?
Svalbard Museum: ca. 1–1,5 Stunden
North Pole Expedition Museum: ca. 45–60 Minuten
Beide zusammen: etwa 2–3 Stunden
Damit kannst du beide problemlos an einem halben Tag besuchen.
Meine Empfehlung
Interesse | Museum |
Erster Spitzbergen-Besuch | Svalbard Museum |
Natur & Tierwelt | Svalbard Museum |
Geschichte Svalbards | Svalbard Museum |
Nordpol-Expeditionen | North Pole Expedition Museum |
Amundsen & Nobile | North Pole Expedition Museum |
Schlechtes Wetter | beide kombinieren |
Mein Tipp: Wenn du nur Zeit für ein Museum hast, würde ich das Svalbard Museum wählen. Bleibst du mehrere Tage in Longyearbyen, lohnt sich das North Pole Expedition Museum als Ergänzung – besonders bevor du später im Guide Ny-Ålesund besuchst.

Svalbard Kirke – die Kirche von Longyearbyen
Die Svalbard Kirke gehört zu den bekanntesten Gebäuden Longyearbyens. Die kleine rote Holzkirche liegt etwas erhöht oberhalb des Ortszentrums und wirkt vor der kargen Berglandschaft besonders charakteristisch.
Die heutige Kirche wurde 1958 eingeweiht. Sie ersetzte die ursprüngliche Kirche von 1921, die während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.
Mehr als nur eine Kirche
Die Svalbard Kirke ist nicht ausschließlich ein Gotteshaus. In einer so kleinen und abgelegenen Gemeinschaft erfüllt sie auch eine wichtige Funktion als sozialer Treffpunkt.
Besucher sind willkommen, und im gemütlichen Aufenthaltsbereich kannst du eine Pause einlegen. Die Kirche organisiert außerdem verschiedene Veranstaltungen und Aktivitäten für die Bevölkerung Longyearbyens.
Gerade diese offene Atmosphäre unterscheidet den Besuch etwas von einer klassischen Sehenswürdigkeit.
Schöne Lage über Longyearbyen
Auch landschaftlich lohnt sich der kurze Weg zur Kirche.
Von der erhöhten Lage bekommst du einen schönen Eindruck von Longyearbyen, dem Longyeardalen und den umliegenden Bergen. Besonders bei gutem Licht ist die rote Holzkirche außerdem eines der schönsten Fotomotive des Ortes.
Zeit: etwa 30 Minuten
Ideal für: Architektur, Geschichte & Fotografie
Gut mit einem Stadtrundgang kombinierbar
Für einen Tag in Longyearbyen würde ich die Kirche nicht als eigenständigen großen Programmpunkt behandeln.
Besser passt:
Zentrum → Svalbard Museum → Svalbard Kirke → historische Bergbauspuren
So bekommst du innerhalb weniger Stunden einen guten Eindruck von der Geschichte und dem heutigen Leben in Longyearbyen.
Mein Tipp: Auch wenn du normalerweise keine Kirchen besichtigst, würde ich bei der Svalbard Kirke einen kurzen Stopp einlegen. Die Kombination aus rotem Holzgebäude, arktischer Landschaft und der besonderen Gemeinschaftsfunktion macht sie zu einem charakteristischen Ort Longyearbyens.

Kohlebergbau & Gruve 3 – Longyearbyens industrielle Geschichte
Longyearbyen würde ohne den Kohlebergbau in seiner heutigen Form wahrscheinlich nicht existieren. Noch immer begegnen dir im Ort alte Mineneingänge, Seilbahnmasten und Industrieanlagen. Sie erinnern daran, dass Spitzbergen nicht nur aus Gletschern und Eisbären besteht, sondern auch eine faszinierende Industriegeschichte besitzt.
Vom Kohlefund zur Siedlung
Der amerikanische Unternehmer John Munro Longyear begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem kommerziellen Kohleabbau. 1906 nahm die spätere Gruve 1 ihren Betrieb auf. Der damalige Ort wurde zunächst Longyear City genannt – daraus entwickelte sich später Longyearbyen.
1916 übernahm die norwegische Store Norske Spitsbergen Kulkompani die Bergbauaktivitäten. Über Jahrzehnte entstanden mehrere Minen rund um Longyearbyen.
Diese Vergangenheit ist im heutigen Stadtbild noch erstaunlich präsent.
Gruve 3 – unter Tage
Wenn du die Bergbaugeschichte wirklich erleben möchtest, würde ich eine Führung durch Gruve 3 empfehlen.
Die Mine war von 1971 bis 1996 in Betrieb. Besonders außergewöhnlich waren die extrem niedrigen Kohleflöze: Die Arbeitshöhe betrug teilweise nur etwa 60 bis 90 Zentimeter. Entsprechend beschwerlich war die Arbeit unter Tage.
Heute ist Gruve 3 als Besucherbergwerk zugänglich.
Was erwartet dich bei der Führung?
Du bekommst Helm, Stirnlampe und einen Bergarbeiter-Overall und gehst anschließend durch die ehemaligen Betriebsanlagen.
Maschinen und Ausrüstung befinden sich teilweise noch dort, wo sie beim Ende der Produktion zurückgelassen wurden. Anschließend führt die Tour in einen in den 1970er-Jahren angelegten Hauptstollen hinein. Wer möchte, kann außerdem ausprobieren, wie wenig Platz den Bergleuten bei der Arbeit zur Verfügung stand.
Das macht Gruve 3 für mich wesentlich interessanter als ein normales Bergbaumuseum.
Dauer: etwa 3 Stunden
Mindestalter: 12 Jahre
Temperatur: teilweise bis etwa −5 °C
Entfernung vom Zentrum: ungefähr 10 Minuten Fahrt
Taubanesentralen – die alte Kohleseilbahn
Über Longyearbyen siehst du noch heute die markanten Masten der ehemaligen Kohleseilbahn.
Ihr Herzstück war die Taubanesentralen. Von hier wurde das umfangreiche Transportsystem gesteuert, das die Kohle von den Minen Richtung Hafen brachte. Das charakteristische Gebäude wurde 1957 in Betrieb genommen; das Seilbahnsystem war bis 1987 in Nutzung.
Heute gehört die Anlage zu den auffälligsten historischen Wahrzeichen Longyearbyens.
Ein Stück Geschichte im Stadtbild
Gerade diese alten Anlagen würde ich nicht als störende Industrieüberreste betrachten.
Sie erzählen vielmehr, warum Menschen überhaupt begannen, dauerhaft an einem so extremen Ort zu leben. Longyearbyen hat sich inzwischen stark verändert und Forschung, Bildung und Tourismus spielen eine wesentlich größere Rolle – die Bergbaugeschichte bleibt aber überall sichtbar.
Mein Tipp: Wenn du dich auch nur etwas für Geschichte interessierst, gehört Gruve 3 zu den spannendsten Aktivitäten in Longyearbyen. Nach der Führung siehst du die alten Seilbahnmasten und Minenanlagen im Tal mit völlig anderen Augen.
Aktuelle Besucherinformationen
Für 2026 werden Führungen durch Gruve 3 grundsätzlich täglich angeboten.
Offizielle Informationen und Buchung für Gruve 3

Eisbären auf Spitzbergen – Sicherheit & verantwortungsvolle Beobachtung
Der Eisbär ist wahrscheinlich das Tier, das am stärksten mit Spitzbergen verbunden wird. Gleichzeitig entstehen gerade hier schnell falsche Erwartungen: Eine Reise nach Spitzbergen bedeutet nicht automatisch, dass du einen Eisbären sehen wirst.
Eisbären können grundsätzlich überall auf Svalbard und zu jeder Jahreszeit auftauchen. Sie bewegen sich über enorme Entfernungen und verbringen einen großen Teil ihres Lebens auf dem Meereis. Eine Begegnung lässt sich deshalb weder zuverlässig planen noch garantieren.
Wie viele Eisbären leben auf Spitzbergen?
Visit Svalbard nennt für die gesamte Barentssee-Population rund 3.000 Tiere. Dazu gehören allerdings auch Eisbären, die zwischen Svalbard und Franz-Josef-Land unterwegs sind.
Nur ungefähr 300 Eisbären halten sich ganzjährig auf Svalbard auf. Je nach Jahreszeit kann die tatsächliche Zahl auf dem Archipel deutlich schwanken.
Gibt es Eisbär-Safaris?
Nein.
Auf Spitzbergen gibt es ausdrücklich keine Touren, deren Ziel darin besteht, Eisbären aufzuspüren oder zu verfolgen. Das Anlocken, Verfolgen oder unnötige Stören von Eisbären ist verboten.
Wenn während einer Bootstour oder eines anderen Ausflugs zufällig ein Eisbär entdeckt wird, kann eine Beobachtung aus sicherer Entfernung möglich sein. Der Guide entscheidet dabei, wie die Situation gehandhabt wird.
Eine Eisbärsichtung solltest du deshalb eher als außergewöhnlichen Bonus betrachten und nicht als Voraussetzung für eine gelungene Spitzbergen-Reise.
Neue Mindestabstände
Für die Tierbeobachtung gelten klare Regeln.
Seit 2025 musst du grundsätzlich mindestens 300 Meter Abstand zu Eisbären halten.
Vom 1. März bis 30. Juni beträgt der vorgeschriebene Mindestabstand sogar 500 Meter.
Wird ein Eisbär innerhalb dieser Distanz entdeckt, besteht grundsätzlich die Pflicht, sich zurückzuziehen. Auch Boote sind davon nicht pauschal ausgenommen.
Kann ich Longyearbyen alleine verlassen?
Wichtig: Innerhalb der ausgewiesenen Grenzen von Longyearbyen kannst du dich grundsätzlich ohne Eisbärenschutzausrüstung bewegen. Außerhalb der Siedlungen besteht dagegen ganzjährig die Möglichkeit einer Eisbärbegegnung. Für normale Urlauber ist eine organisierte Tour mit professionellem lokalem Guide die deutlich sinnvollere und sicherere Variante.
Außerhalb bewohnter Gebiete gelten gesetzliche Anforderungen an Kenntnisse zur Eisbärensicherheit und geeignete Abschreckungsmittel; für Teilnehmer organisierter touristischer Touren bestehen entsprechende Ausnahmen, weil der Veranstalter die Sicherheitsanforderungen übernimmt.
Wo kann man Eisbären sehen?
Einen bestimmten Aussichtspunkt nach dem Motto „Hier siehst du Eisbären“ gibt es nicht.
Die Tiere können auf dem Meereis, an Küsten, in Fjorden und theoretisch auch in der Nähe von Siedlungen auftauchen.
Genau deshalb ist die Vorstellung einer klassischen Safari auf Spitzbergen falsch.
Wann ist die beste Zeit für Eisbären?
Auch dafür gibt es keinen Monat mit Sichtungsgarantie.
Die Bewegungen der Tiere hängen stark von Meereis, Nahrung und Wetterbedingungen ab. Wenn Eisbären dein Hauptgrund für die Reise sind, solltest du deine Erwartungen deshalb realistisch halten.
Für die Reiseplanung würde ich die Jahreszeit stattdessen nach den Aktivitäten auswählen, die du erleben möchtest:
Winter: Schnee, Hundeschlitten & Schneemobil
Frühling: viel Schnee + zunehmendes Tageslicht
Sommer: Bootstouren, Wandern & Mitternachtssonne
Herbst/Winter: Dunkelheit & Nordlichter
Fotografieren – Abstand statt Nähe
Gerade für Fotografen ist Spitzbergen verlockend. Bei Eisbären gilt aber ganz klar:
Das Wohl des Tieres und die Sicherheit gehen vor dem Foto.
Ein Teleobjektiv ist wesentlich sinnvoller als der Versuch, näher an ein Tier heranzukommen. Das gezielte Annähern für eine bessere Sicht ist nicht erlaubt.
Eisbären auf Spitzbergen – kurz zusammengefasst
Frage | Antwort |
Gibt es Eisbären? | Ja |
Sichtung garantiert? | Nein |
Ganzjährig möglich? | Ja |
Eisbär-Safaris? | Nein |
Mindestabstand | 300 m |
1. März–30. Juni | 500 m |
Alleine außerhalb Longyearbyens? | Für Urlauber nicht empfehlenswert |
Beste Option | organisierte Tour mit lokalem Guide |
Mein Tipp: Buche Spitzbergen wegen der gesamten arktischen Natur und nicht ausschließlich wegen der Eisbären. Wenn du während einer Tour tatsächlich einen Eisbären aus sicherer Entfernung beobachten kannst, wird das vermutlich einer der außergewöhnlichsten Momente deiner Reise – aber es sollte niemals erzwungen werden.

Walrosse, Rentiere, Polarfüchse & Wale
Auch ohne Eisbärsichtung bietet Spitzbergen außergewöhnliche Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Besonders Spitzbergen-Rentiere kannst du mit etwas Glück sogar rund um Longyearbyen entdecken, während Walrosse und Wale eher bei Bootstouren und Ausflügen entlang der Küste eine Rolle spielen.
Spitzbergen-Rentier – häufig rund um Longyearbyen
Das Spitzbergen-Rentier ist eine eigene Unterart, die ausschließlich auf Svalbard vorkommt. Die Tiere sind kleiner und kompakter gebaut als viele Rentiere auf dem Festland – eine Anpassung an das extreme arktische Klima.
Die Chancen auf eine Sichtung sind vergleichsweise gut. Rentiere halten sich regelmäßig in den Tälern und teilweise sogar in der Umgebung Longyearbyens auf.
Im Sommer kannst du beobachten, wie die Tiere fast ununterbrochen fressen und sich Energiereserven für den langen Winter anlegen.
Sichtungschance: relativ hoch
Gute Gebiete: Täler und Tundra rund um Longyearbyen
Natürlich gilt auch hier: Abstand halten und die Tiere nicht verfolgen.
Polarfuchs – klein und perfekt angepasst
Deutlich schwieriger zu entdecken ist der Polarfuchs.
Er lebt auf dem gesamten Archipel und besitzt eine beeindruckende Anpassung an die arktischen Bedingungen. Im Winter schützt ihn ein extrem dichtes Fell vor Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.
Interessant ist auch der jahreszeitliche Farbwechsel. Bei der weißen Farbvariante ist das Fell im Winter nahezu vollständig weiß, während es im Sommer braun-grau erscheint.
Polarfüchse können ebenfalls in der Umgebung Longyearbyens auftauchen.
Sichtungschance: möglich, aber deutlich weniger berechenbar als beim Rentier.
Walrosse – eines meiner Highlights für den Sommer
Ein ausgewachsenes Walross kann mehr als 1.000 Kilogramm wiegen. Besonders charakteristisch sind die langen Stoßzähne.
Nachdem Walrosse auf Svalbard durch jahrhundertelange Jagd nahezu verschwunden waren, wurden sie 1952 unter Schutz gestellt. Seitdem hat sich die Population deutlich erholt.
Im Sommer kannst du Walrosse beispielsweise während organisierter Bootstouren beobachten.
Häufig liegen mehrere Tiere gemeinsam an bestimmten Ruheplätzen an der Küste. Die Veranstalter müssen dabei die vorgeschriebenen Abstände und Schutzbestimmungen beachten.
Beste Möglichkeit: geführte Bootstour
Interessant besonders: Sommer
Wale in den Gewässern Spitzbergens
In den Fjorden und Gewässern rund um Svalbard kommen verschiedene Walarten vor.
Dazu gehören unter anderem:
Belugas
Zwergwale
Finnwale
Buckelwale
Blauwale
Welche Arten du tatsächlich sehen kannst, hängt stark von Jahreszeit, Nahrung und Route ab.
Gerade während längerer Bootstouren solltest du deshalb immer wieder Ausschau halten – allerdings gilt auch hier: Eine Sichtung ist nie garantiert.
Belugas – die weißen Wale der Arktis
Besonders spannend finde ich die Belugas.
Die weißen Wale können im Sommer in den Fjorden Spitzbergens auftauchen und manchmal sogar relativ nahe an Longyearbyen vorbeiziehen. Belugas leben häufig in Gruppen und sind durch ihre helle Färbung gut von anderen Walarten zu unterscheiden.
Und die Vögel?
Die sollten wir nicht vergessen.
Während des kurzen arktischen Sommers kommen enorme Mengen an Seevögeln nach Svalbard, um hier zu brüten.
Beobachten kannst du beispielsweise:
Papageitaucher · Dreizehenmöwen · Eissturmvögel · Krabbentaucher · Küstenseeschwalben
Für Vogelfreunde ist deshalb gerade der Sommer interessant.
Welche Tiere kannst du am ehesten sehen?
Tier | Chance bei klassischer Reise |
Spitzbergen-Rentier | sehr gut |
Seevögel im Sommer | sehr gut |
Polarfuchs | möglich |
Walross | gut auf passenden Touren |
Beluga | mit Glück |
andere Wale | abhängig von Route/Saison |
Eisbär | nicht planbar |
Die Tabelle ist bewusst nur eine Orientierung und keine Sichtungsgarantie.
Verantwortungsvolle Tierbeobachtung
Auf Spitzbergen gelten strenge Naturschutzregeln. Tiere dürfen nicht unnötig gestört oder verfolgt werden. Gerade bei organisierten Touren würde ich deshalb Anbieter bevorzugen, die Abstand halten und die Beobachtung dem Verhalten der Tiere unterordnen.
Mein Tipp: Konzentriere dich nicht ausschließlich auf Eisbären. Ein Rentier vor den Bergen Longyearbyens, eine Walrossgruppe an der Küste oder Belugas im Fjord können mindestens genauso eindrucksvolle Erinnerungen an Spitzbergen werden.

Die schönsten Fjorde & Gletscher auf Spitzbergen
Die Fjorde und Gletscher gehören für mich zu den größten landschaftlichen Highlights Spitzbergens. Mehr als die Hälfte der Landfläche Svalbards ist von Gletschern bedeckt, und tief eingeschnittene Fjorde prägen vor allem die West- und Nordküste. Viele dieser Landschaften kannst du von Longyearbyen aus bei Boots-, Schneemobil- oder geführten Expeditionstouren erreichen.
1. Isfjorden – das große Tor zur Wildnis
Der Isfjorden ist der zentrale Fjord im Westen Spitsbergens und für Reisende besonders wichtig. Longyearbyen liegt am Adventfjorden, einem Seitenarm dieses riesigen Fjordsystems.
Von hier starten im Sommer zahlreiche Bootstouren in unterschiedliche Bereiche des Isfjorden.
Schon die Fahrt ist beeindruckend: kahle Berge, breite Täler und Gletscher bestimmen die Landschaft, während unterwegs Chancen auf Seevögel, Walrosse oder Wale bestehen.
Ideal für: erste Bootstour & Landschaft
2. Adventfjorden – direkt vor Longyearbyen
Den Adventfjorden bekommst du praktisch automatisch zu sehen.
Longyearbyen liegt an seinem südlichen Ufer. Dadurch begleitet dich der Fjord bereits bei Spaziergängen und Fahrten rund um den Ort.
Besonders schön finde ich den Blick über das Wasser auf die gegenüberliegenden Berge. Bei Mitternachtssonne oder tief stehender Sonne kann die Landschaft hier besonders eindrucksvoll wirken.
Ideal für: kurze Aufenthalte & Fotografie
3. Billefjorden – Richtung Pyramiden
Der Billefjorden zweigt vom Isfjorden Richtung Norden ab und gehört zu den landschaftlich interessantesten Fjordgebieten, die du auf längeren Ausflügen erreichen kannst.
Hier liegt auch die ehemalige sowjetische Bergbausiedlung Pyramiden.
Dadurch kannst du bei entsprechenden Touren arktische Landschaft und Geschichte miteinander verbinden.
Ideal für: längere Bootstour & Pyramiden
4. Nordenskiöldbreen – mächtige Gletscherfront
Eines der großen Naturhighlights am Billefjorden ist der Nordenskiöldbreen.
Der Gletscher liegt gegenüber von Pyramiden und bildet eine beeindruckende Front Richtung Fjord. Die Kombination aus blauweißem Eis, dunklen Bergen und Wasser gehört zu den klassischen Landschaftsbildern Spitzbergens.
Je nach Tour und Bedingungen kannst du den Gletscher vom Boot aus erleben.
Ideal für: Gletscherlandschaft & Fotografie
5. Tempelfjorden & Tunabreen
Östlich des Isfjorden liegt der Tempelfjorden.
Besonders bekannt ist hier der Tunabreen, ein großer Gletscher am Ende des Fjords. Die Region ist sowohl im Sommer als auch im Winter interessant, allerdings auf völlig unterschiedliche Weise.
Im Sommer dominieren Wasser, Berge und Gletscher. Während der kalten Jahreszeit können Schnee und Eis die Landschaft vollständig verändern.
Welche Bereiche tatsächlich erreichbar sind, hängt stark von Jahreszeit, Meereis und aktuellen Sicherheitsbedingungen ab.
Ideal für: geführte Naturtouren
6. Esmarkbreen
Auch der Esmarkbreen gehört zu den bekannteren Gletschern im Isfjorden-System.
Er liegt im Bereich des Ymerbukta und kann im Sommer Ziel beziehungsweise Bestandteil von Bootstouren sein. Gerade vom Wasser aus bekommst du einen guten Eindruck von den Dimensionen der arktischen Gletscherlandschaft.
Welcher Fjord passt zu deiner Reise?
Erlebnis | Empfehlung |
Erste Spitzbergen-Reise | Isfjorden |
Direkt bei Longyearbyen | Adventfjorden |
Pyramiden kombinieren | Billefjorden |
Große Gletscherfront | Nordenskiöldbreen |
Arktische Wildnis | Tempelfjorden |
Bootstour & Gletscher | Esmarkbreen |
Sicherheit an Gletschern
Bei Gletschern solltest du grundsätzlich Abstand halten. Gletscherfronten können kalben, wobei große Mengen Eis ins Wasser stürzen und gefährliche Wellen verursachen können.
Auch auf einen Gletscher solltest du nicht einfach selbst laufen. Spalten können unter Schnee verborgen sein und die Bedingungen verändern sich ständig.
Für Gletscherwanderungen würde ich deshalb ausschließlich professionell geführte Touren nutzen.
Klimawandel auf Spitzbergen
Gerade an den Gletschern wird sichtbar, wie stark sich die Arktis verändert. Svalbard gehört zu den Regionen, in denen die Erwärmung besonders deutlich ausfällt. Viele Gletscher haben in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Masse verloren beziehungsweise sich zurückgezogen.
Das macht die Landschaft nicht weniger beeindruckend – verleiht einem Besuch aber eine zusätzliche Dimension.
Mein Tipp: Wenn du zwischen Juni und September auf Spitzbergen bist, würde ich mindestens eine längere Bootstour einplanen, bei der ein Gletscher Bestandteil der Route ist. Vom Wasser aus bekommst du einen völlig anderen Eindruck von den Dimensionen der Landschaft als rund um Longyearbyen.

Bootstouren & Expeditionen auf Spitzbergen
Im Sommer gehören Bootstouren zu den schönsten Möglichkeiten, Spitzbergen zu entdecken. Da zwischen den Siedlungen keine Straßen verlaufen, erreichst du viele Fjorde, Gletscher und abgelegene Küstenabschnitte am besten vom Wasser aus.
Welche Bootstour lohnt sich?
Für eine erste Reise würde ich zwischen drei Varianten unterscheiden:
Fjordtour: Ideal für wenige Tage auf Spitzbergen. Du bekommst einen guten Eindruck von Bergen, Fjorden und arktischer Landschaft.
Gletschertour: Meine Empfehlung für den ersten Besuch. Je nach Route kannst du beispielsweise beeindruckende Gletscherfronten im Isfjorden-System erleben.
Wildlife-Tour: Hier stehen Walrosse, Seevögel und mit etwas Glück Wale im Mittelpunkt. Tierbeobachtungen sind allerdings niemals garantiert.
RIB oder größeres Boot?
Mit einem RIB-Boot bist du schnell unterwegs und sehr nah an der Landschaft, dafür spürst du Wind, Wellen und Kälte stärker.
Größere Ausflugsboote bieten mehr Komfort und geschützte Innenbereiche. Für längere Tagesausflüge würde ich diese Variante bevorzugen.
Wie viel Zeit einplanen?
Kurze Fjordtour: etwa 3–5 Stunden
Gletschertour: halber bis ganzer Tag
Längere Expedition: ganzer Tag
Expeditionskreuzfahrt: mehrere Tage
Welche Routen tatsächlich möglich sind, hängt immer von Wetter, Wind und Eissituation ab.
Was solltest du mitnehmen?
Auch im Sommer kann es auf dem Wasser kalt werden. Sinnvoll sind:
warme Kleidung · Mütze · Handschuhe · Sonnenbrille · Sonnenschutz · Kamera oder Fernglas
Bei vielen RIB-Touren wird zusätzliche Schutzkleidung gestellt.
Mein Tipp: Wenn du bei deiner ersten Sommerreise nur eine Bootstour buchst, würde ich eine Fjordtour mit Gletschererlebnis wählen. Sie verbindet genau das, was Spitzbergen landschaftlich so außergewöhnlich macht: Berge, Fjorde, Eis und arktische Wildnis.

Hundeschlitten auf Spitzbergen
Eine Fahrt mit dem Hundeschlitten gehört zu den klassischen Arktiserlebnissen auf Spitzbergen. Besonders reizvoll ist die Kombination aus Huskys, verschneiten Tälern und der nahezu lautlosen Landschaft außerhalb Longyearbyens.
Hundeschlitten im Winter
Die klassische Variante erlebst du während der schneereichen Monate. Je nach Tour sitzt du entweder im Schlitten oder bekommst nach einer Einweisung die Möglichkeit, ein eigenes Hundegespann zu führen.
Die Touren führen durch die Täler und Landschaften rund um Longyearbyen. Angeboten werden sowohl kürzere Ausflüge als auch längere Touren. Visit Svalbard empfiehlt Hundeschlitten als eine der typischen Winteraktivitäten auf Svalbard.
Hundeschlitten im Sommer?
Auch ohne Schnee kannst du die Schlittenhunde kennenlernen. Im Sommer werden teilweise Husky-Touren mit speziellen Wagen auf Rädern angeboten.
Das Landschaftserlebnis ist natürlich ein anderes, aber für Familien oder Sommerreisende kann dies eine interessante Alternative sein.
Wann ist es am schönsten?
Besonders außergewöhnlich finde ich zwei Zeiträume:
Polarnacht: Hundeschlitten in Dunkelheit, Schnee und eventuell unter Nordlichtern.
Frühling: viel Schnee kombiniert mit immer länger werdenden Tagen und einer hellen arktischen Landschaft.
Wer das klassische Postkartenbild vom Hundeschlitten in einer weißen Landschaft sucht, sollte seine Reise entsprechend in die schneereiche Jahreszeit legen.
Was solltest du beachten?
Auch hier würde ich ausschließlich mit professionellen lokalen Anbietern unterwegs sein. Die Tourveranstalter kennen Wetter, Gelände und Eisbärensicherheit und stellen normalerweise notwendige zusätzliche Winterausrüstung bereit.
Mein Tipp: Wenn du Spitzbergen im Winter oder Frühling besuchst, würde ich eine Hundeschlittentour fest einplanen. Das nahezu geräuschlose Gleiten durch die verschneite Landschaft vermittelt ein völlig anderes Arktiserlebnis als Schneemobil oder Boot.

Schneemobil-Touren auf Spitzbergen
Im Winter ist das Schneemobil eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel auf Spitzbergen. Sobald genügend Schnee vorhanden ist, kannst du damit Gebiete erreichen, die im Sommer nur per Boot oder auf längeren Expeditionen zugänglich sind. Für Besucher gehören geführte Schneemobiltouren zu den eindrucksvollsten Möglichkeiten, die winterliche Arktis kennenzulernen.
Wann ist Schneemobil-Saison?
Die Saison hängt von den Schnee- und Eisverhältnissen ab und lässt sich deshalb nicht jedes Jahr exakt festlegen. Besonders interessant ist meist die Zeit vom Spätwinter bis ins Frühjahr.
Dann kombinierst du verschneite Landschaften mit zunehmend langen und hellen Tagen.
Welche Touren gibt es?
Von Longyearbyen werden unterschiedlich lange Touren angeboten. Möglich sind beispielsweise:
kurze Touren durch die Täler rund um LongyearbyenTagestouren durch die arktische WildnisTouren Richtung Tempelfjorden und andere abgelegenere Gebiete
Die konkrete Route richtet sich immer nach Wetter, Schnee, Eis und den aktuellen Sicherheitsbedingungen.
Muss man Erfahrung haben?
Für viele touristische Touren brauchst du keine vorherige Schneemobil-Erfahrung. Vor dem Start bekommst du eine Einweisung und bist mit einem Guide unterwegs.
Wenn du selbst fahren möchtest, gelten allerdings Anforderungen an einen gültigen Führerschein. Die konkreten Voraussetzungen solltest du beim jeweiligen Veranstalter prüfen.
Hundeschlitten oder Schneemobil?
Die Erlebnisse könnten kaum unterschiedlicher sein.
Hundeschlitten: ruhig, traditionell und sehr naturverbundenSchneemobil: schneller, größere Reichweite und mehr Landschaft an einem Tag
Wenn du genügend Zeit hast, würde ich tatsächlich beides ausprobieren.
Mein Tipp: Für eine erste Schneemobiltour würde ich nicht unbedingt die längste Expedition wählen. Bereits eine halbtägige geführte Tour vermittelt einen sehr guten Eindruck von der Weite Spitzbergens. Möchtest du tiefer in die Wildnis, lohnt sich anschließend eine längere Tagestour.

Wandern auf Spitzbergen
Wandern auf Spitzbergen ist ein besonderes Erlebnis. Statt dichter Wälder erwarten dich weite Täler, kahle Berge, Gletscher und arktische Tundra. Gleichzeitig ist Wandern hier deutlich anspruchsvoller zu planen als auf dem norwegischen Festland.
Wandern rund um Longyearbyen
Rund um Longyearbyen gibt es verschiedene beliebte Wanderziele. Dazu gehören beispielsweise:
Platåberget – Aussicht über Longyearbyen und Adventfjorden
Sarkofagen – markanter Berg zwischen zwei Gletschern
Trollsteinen – anspruchsvollere Tour in spektakulärer Berglandschaft
Bjørndalen – schönes Tal westlich von Longyearbyen
dventdalen – weite Tundralandschaft und gute Möglichkeiten zur Tierbeobachtung
Welche Tour geeignet ist, hängt stark von Jahreszeit, Wetter, Schnee und Kondition ab.
Sicherheit ist wichtiger als die Route
Der entscheidende Unterschied zu normalen Wanderregionen Norwegens ist die Eisbärengefahr.
Außerhalb der Siedlungen können Eisbären grundsätzlich überall auftreten. Der Gouverneur von Svalbard weist deshalb darauf hin, dass Personen außerhalb bewohnter Gebiete geeignete Mittel zur Abschreckung von Eisbären mitführen müssen und entsprechende Kenntnisse benötigen. Für Teilnehmer organisierter Touren übernimmt der Veranstalter die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen.
Für normale Urlauber würde ich deshalb geführte Wanderungen empfehlen.
Geführte Wanderungen
Lokale Guides kennen nicht nur die Sicherheitsregeln, sondern auch Gelände, Wetter und aktuelle Bedingungen.
Außerdem erfährst du unterwegs wesentlich mehr über Geologie, Gletscher, Pflanzen, Tiere und die Geschichte Spitzbergens.
Gerade bei einer ersten Reise ist das für mich die bessere Variante.
Wann ist die beste Wanderzeit?
Die klassische Wandersaison liegt im arktischen Sommer. Dann sind die Tage extrem lang und während der Mitternachtssonne wird es überhaupt nicht dunkel.
Trotzdem kann sich das Wetter schnell ändern. Auch im Sommer gehören deshalb warme Kleidung, wind- und wasserdichte Außenschicht sowie feste Wanderschuhe zur Grundausstattung.
Welche Wanderung für wen?
Anspruch | Tour |
Einsteiger | Adventdalen / geführte leichte Tour |
Mittelschwer | Platåberget |
Sportlicher | Sarkofagen |
Anspruchsvoller | Trollsteinen |
Die Einstufung ist nur eine Orientierung. Schnee und Wetter können den Schwierigkeitsgrad erheblich verändern.
Mein Tipp: Bei deiner ersten Spitzbergen-Reise würde ich eine halbtägige geführte Wanderung wählen. Damit bekommst du einen guten Eindruck von der arktischen Tundra und Bergwelt, ohne gleich eine lange Expedition daraus zu machen.

Gletscherwanderungen & Eishöhlen auf Spitzbergen
Gletscher bedecken große Teile Spitzbergens und bieten einige der außergewöhnlichsten Aktivitäten der Inselgruppe. Je nach Jahreszeit kannst du über einen Gletscher wandern oder sogar eine Eishöhle im Inneren des Eises besuchen.
Gletscherwanderungen
Geführte Gletscherwanderungen führen dich mit entsprechender Ausrüstung auf das Eis. Rund um Longyearbyen werden beispielsweise Touren in die Gletscherlandschaften der Umgebung angeboten.
Dabei geht es nicht nur um die Wanderung selbst. Guides erklären häufig auch, wie sich die Gletscher bewegen, wie Spalten entstehen und wie stark sich die arktische Landschaft verändert.
Ideal für: aktive Reisende, Natur & Fotografie
Eishöhlen – unter dem Gletscher
Ein besonderes Erlebnis sind die Eishöhlen Spitzbergens.
Schmelzwasser bildet innerhalb der Gletscher teilweise natürliche Gänge und Hohlräume. Im Winter können diese als geführte Tour betreten werden. Im Inneren erwarten dich je nach Höhle bläuliches Eis, eingefrorene Strukturen und bizarre Eisformationen.
Da sich die Höhlen von Jahr zu Jahr verändern, werden die möglichen Routen regelmäßig neu beurteilt.
Wann ist die beste Zeit?
Die beiden Erlebnisse würde ich zeitlich unterscheiden:
Sommer: Gletscherwanderungen
Winter/Frühjahr: Eishöhlentouren
Einige Touren kombinieren den Weg zum Gletscher außerdem mit Hundeschlitten oder Schneemobil.
Nur mit professionellem Guide
Einen Gletscher solltest du auf Spitzbergen nicht auf eigene Faust betreten. Gletscherspalten können unter Schnee verborgen sein und die Bedingungen verändern sich ständig.
Bei organisierten Touren bekommst du die notwendige Sicherheitsausrüstung und wirst von Guides begleitet, die sowohl das Gelände als auch die besonderen Anforderungen der Arktis kennen.
Mein Tipp: Wenn du Spitzbergen im Winter oder Frühjahr besuchst, würde ich eine Eishöhlentour weit oben auf die Liste setzen. Im Sommer ist eine geführte Gletscherwanderung eine gute Ergänzung zu einer Bootstour, bei der du die Gletscher zuvor vom Wasser aus gesehen hast.

Nordlichter & Polarnacht auf Spitzbergen
Die Polarnacht gehört zu den außergewöhnlichsten Erlebnissen einer Reise nach Spitzbergen. Während dieser Zeit bleibt die Sonne über Wochen vollständig unter dem Horizont. Longyearbyen liegt so weit nördlich, dass sich die dunkle Jahreszeit deutlich intensiver anfühlt als beispielsweise in Tromsø.
Wann ist Polarnacht?
In Longyearbyen bleibt die Sonne ungefähr von Ende Oktober bis Mitte Februar unter dem Horizont. Die dunkelste Phase wird häufig als Polar Night beziehungsweise Dark Season bezeichnet.
Besonders außergewöhnlich ist die Zeit etwa von Mitte November bis Ende Januar. Dann steht die Sonne auch tagsüber mindestens sechs Grad unter dem Horizont – es herrscht die sogenannte zivile Polarnacht.
Vollständig schwarz ist es trotzdem nicht ständig. Mondlicht, Schnee und künstliche Beleuchtung können der Landschaft eine ganz besondere Atmosphäre verleihen.
Nordlichter sogar tagsüber
Hier besitzt Spitzbergen einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Nordlichtzielen.
Während der dunkelsten Wochen kann es auch mitten am Tag dunkel genug für Nordlichter sein. Du musst also nicht zwangsläufig bis spät in die Nacht warten.
Visit Svalbard bezeichnet die Zeit von Oktober bis Februar als Northern Lights Winter.
Natürlich bleibt auch hier eine Sichtung vom Weltraumwetter und von der Bewölkung abhängig.
Wie kannst du Nordlichter erleben?
Von Longyearbyen aus werden verschiedene geführte Aktivitäten angeboten, beispielsweise:
Nordlichttouren · Hundeschlitten · Schneemobil · Snowcat-Touren · Abendtouren außerhalb der Siedlung
Gerade die Kombination mit Hundeschlitten oder Schneemobil kann ein besonderes Erlebnis sein.
Muss ich Longyearbyen verlassen?
Nicht unbedingt. Bei ausreichend starker Aktivität kannst du Nordlichter auch direkt über Longyearbyen sehen.
Außerhalb des beleuchteten Ortszentrums ist der Himmel allerdings dunkler. Wegen der Eisbärengefahr solltest du nicht einfach alleine in die Umgebung laufen, nur um einen dunkleren Fotostandort zu suchen.
Fotografieren bei extremer Kälte
Für Nordlichtfotografie sind Stativ, lichtstarkes Objektiv und Ersatzakkus sinnvoll. Gerade Akkus verlieren bei niedrigen Temperaturen schnell Leistung.
Noch wichtiger ist warme Kleidung. Wer längere Zeit auf ein Nordlicht wartet, kühlt wesentlich schneller aus als bei einer aktiven Schneemobil- oder Hundeschlittentour.
Ist die Polarnacht deprimierend?
Für Besucher würde ich sie eher als ungewöhnliches Arktiserlebnis betrachten.
Longyearbyen funktioniert während dieser Zeit ganz normal weiter. Cafés, Restaurants und viele Aktivitäten bleiben Bestandteil des täglichen Lebens. Gleichzeitig entsteht durch Schnee, Dunkelheit und künstliches Licht eine Atmosphäre, die du während einer Sommerreise überhaupt nicht erleben kannst.
Mein Tipp: Wenn Nordlichter dein Hauptziel sind und du gleichzeitig eine echte Polarnacht erleben möchtest, ist Spitzbergen außergewöhnlich. Möchtest du dagegen möglichst viele Outdoor-Aktivitäten bei Tageslicht unternehmen, würde ich eher den späteren Winter beziehungsweise das Frühjahr wählen.

Mitternachtssonne & Polartag auf Spitzbergen
Im Sommer erwartet dich auf Spitzbergen ein außergewöhnliches Naturphänomen: Die Sonne geht über mehrere Monate nicht unter. Selbst mitten in der Nacht bleibt die arktische Landschaft vollständig hell.
Wann ist Mitternachtssonne?
In Longyearbyen dauert die Mitternachtssonne ungefähr vom 20. April bis 23. August. In dieser Zeit bleibt die Sonne rund um die Uhr über dem Horizont.
Sommeraktivitäten unter der Mitternachtssonne
Besonders Juni bis August eignen sich für eine klassische Sommerreise. Dann kannst du das dauerhafte Tageslicht hervorragend für Aktivitäten nutzen:
Bootstouren · Wandern · Gletscherwanderungen · Tierbeobachtungen · Kajakfahren
Besonders eindrucksvoll ist das Licht spät am Abend, wenn die tief stehende Sonne Berge, Fjorde und Gletscher beleuchtet.
Praktischer Tipp
Durch die permanente Helligkeit kann der Schlafrhythmus zunächst etwas durcheinanderkommen. Eine Schlafmaske würde ich deshalb unbedingt ins Gepäck nehmen.
Mein Tipp: Für die erste Spitzbergen-Reise würde ich den Polarsommer bevorzugen. Du kannst viel von der Landschaft sehen, zahlreiche Outdoor-Aktivitäten unternehmen und gleichzeitig die Mitternachtssonne erleben.

Barentsburg – russische Bergbausiedlung auf Spitzbergen
Etwa 60 Kilometer westlich von Longyearbyen liegt Barentsburg am Grønfjorden. Die Siedlung unterscheidet sich deutlich von Longyearbyen und ist bis heute eine aktive russische Bergbaugemeinde.
Vom niederländischen zum sowjetischen Bergbauort
Den Namen Barentsburg erhielt der Ort 1920 durch eine niederländische Bergbaugesellschaft. Bereits 1932 wurde die Siedlung an das sowjetische Staatsunternehmen Arktikugol verkauft. Heute wird sie vom russischen Staatsunternehmen Trust Arktikugol betrieben.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Barentsburg weitgehend zerstört. Deshalb stammen viele der heutigen Gebäude aus der Nachkriegszeit.
Was gibt es in Barentsburg zu sehen?
Der Ort besitzt eine unverwechselbare Mischung aus sowjetischer Architektur, Bergbaugeschichte und arktischer Landschaft.
Zu den charakteristischen Eindrücken gehören die Wohngebäude, Industrieanlagen und die bekannte Lenin-Büste, die noch immer über den Grønfjorden blickt. Barentsburg verfügt außerdem über Schule, Kindergarten, Krankenhaus, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie eine Forschungsstation.
Wie kommt man nach Barentsburg?
Eine Straße zwischen Longyearbyen und Barentsburg gibt es nicht. Die Erreichbarkeit hängt deshalb stark von Jahreszeit und Bedingungen ab.
Im Sommer spielt das Boot eine wichtige Rolle, im Winter beziehungsweise Frühjahr können Schneemobilrouten relevant sein. Aktuell werden von lokalen Anbietern beispielsweise Touren angeboten, bei denen Barentsburg aus der Entfernung passiert beziehungsweise gesehen wird.
Wichtig für deine Reiseplanung 2026
Hinweis: Visit Svalbard vermarktet und verkauft derzeit aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine keine regulären Angebote nach Barentsburg oder Pyramiden, die mit russischen staatseigenen Unternehmen auf Svalbard verbunden sind. Die Situation kann sich verändern – informiere dich deshalb vor deiner Reise über den aktuellen Stand.
Das bedeutet nicht, dass Barentsburg geografisch „gesperrt“ wäre. Für Reisen auf Svalbard gelten jedoch seit 1. Januar 2026 neue Sicherheits- und Reisebestimmungen; bei organisierten Touren ist der jeweilige Veranstalter für die entsprechenden Anforderungen verantwortlich.
Mein Tipp: Barentsburg ist vor allem wegen des ungewöhnlichen Kontrasts interessant: russisch-sowjetische Bergbaugeschichte mitten in der norwegischen Hocharktis. Für die erste Spitzbergen-Reise würde ich den Ort aber hinter den großen Naturerlebnissen rund um Longyearbyen, Fjorde und Gletscher einordnen.

Pyramiden – verlassene Bergbausiedlung in der Arktis
Pyramiden gehört zu den ungewöhnlichsten Orten Spitzbergens. Die ehemalige sowjetische Bergbausiedlung liegt am Billefjorden und wurde nach dem pyramidenförmigen Berg benannt, der sich hinter dem Ort erhebt.
Eine fast verlassene Siedlung
Die Sowjetunion betrieb Pyramiden jahrzehntelang als Bergbauort. 1998 wurde der Kohleabbau eingestellt und die Siedlung innerhalb kurzer Zeit weitgehend aufgegeben. Viele Gebäude blieben zurück und vermitteln heute den Eindruck einer arktischen Geisterstadt.
Zu den bekanntesten Motiven gehören die Lenin-Statue, das ehemalige Kulturhaus, Wohngebäude und alte Industrieanlagen.
Natur als Teil des Erlebnisses
Schon die Lage macht Pyramiden außergewöhnlich. Gegenüber befindet sich der mächtige Nordenskiöldbreen, während Berge und Fjord die ehemalige Bergbausiedlung umgeben.
Im Sommer erfolgt die Anreise normalerweise per Boot von Longyearbyen, wobei Wetter und Eisverhältnisse die Route beeinflussen können.
Hinweis für 2026
Wie bei Barentsburg gilt: Visit Svalbard vermarktet derzeit keine regulären touristischen Angebote nach Pyramiden, die mit dem russischen Staatsunternehmen Trust Arktikugol verbunden sind. Informiere dich deshalb vor der Reise über die aktuelle Situation. (en.visitsvalbard.com)
Mein Tipp: Pyramiden ist vor allem für Geschichte und Fotografie interessant. Die Kombination aus sowjetischer Architektur, verlassener Bergbausiedlung und hocharktischer Landschaft macht den Ort einzigartig.

Ny-Ålesund – Forschungsstation auf 79° Nord
Ny-Ålesund liegt am Kongsfjorden im Nordwesten Spitsbergens auf fast 79° nördlicher Breite. Der ehemalige Bergbauort ist heute eine internationale Forschungsstation, in der Wissenschaftler unter anderem Klima, Atmosphäre und arktische Ökosysteme untersuchen. Rund 40 Menschen leben ganzjährig hier, im Sommer steigt die Zahl zeitweise deutlich an.
Amundsen & die Nordpol-Expeditionen
Historisch ist Ny-Ålesund eng mit der Erforschung der Arktis verbunden. Von hier starteten mehrere berühmte Polarexpeditionen. Noch heute kannst du den Luftschiffmast sehen, von dem 1926 Roald Amundsen, Umberto Nobile und Lincoln Ellsworth mit der Norge zum Flug über den Nordpol aufbrachen.
Kann man Ny-Ålesund besuchen?
Ja, allerdings nicht individuell. Im Sommer sind organisierte Tagesausflüge per Boot von Longyearbyen sowie Besuche im Rahmen von Expeditionskreuzfahrten möglich. Für Touristen gibt es in Ny-Ålesund keine regulären Übernachtungsmöglichkeiten.
Wichtig: Funkstille
In Ny-Ålesund gelten ungewöhnliche Regeln. Innerhalb eines Radius von 20 Kilometern müssen WLAN und Bluetooth ausgeschaltet sein, damit empfindliche wissenschaftliche Messinstrumente nicht gestört werden. Besucher sollen außerdem ausschließlich Straßen und Holzwege benutzen und Forschungsflächen nicht betreten.
Mein Tipp: Wenn du dich für Polarforschung, Expeditionsgeschichte und abgelegene arktische Orte interessierst, ist Ny-Ålesund ein außergewöhnliches Ziel. Für eine kurze erste Spitzbergen-Reise würde ich allerdings zunächst Longyearbyen, Fjorde und Gletscher priorisieren.

Spitzbergen in 3 Tagen – mein Reiseplan
Drei Tage sind für Spitzbergen relativ knapp, reichen aber aus, um Longyearbyen und mindestens zwei große Arktiserlebnisse miteinander zu verbinden. Im Sommer würde ich den Schwerpunkt auf Fjorde und Landschaft legen; im Winter tauschen wir die Bootstour gegen Schneeaktivitäten aus. Die saisonale Ausrichtung entspricht auch dem offiziellen Angebot: Im Polarsommer stehen vor allem Bootstouren und Wanderungen im Vordergrund, im Winter Schneemobil und Hundeschlitten.
Tag 1 – Longyearbyen kennenlernen
Beginne entspannt im Ort:
Vormittag: Zentrum von Longyearbyen & Svalbard Museum
Mittag: Pause im Zentrum
Nachmittag: Svalbard Kirke und Bergbaugeschichte
Später: Gruve 3 oder geführte Stadttour
So bekommst du zunächst einen guten Überblick über Geschichte und Leben auf 78° Nord.
Tag 2 – Fjord & Gletscher
Den zweiten Tag würde ich komplett für die arktische Landschaft reservieren.
Im Sommer ist meine erste Wahl eine Bootstour durch den Isfjorden mit Gletschererlebnis. Bootstouren gehören während des Polarsommers zu den wichtigsten Möglichkeiten, die Landschaft außerhalb Longyearbyens zu erkunden.
Tag 2: Fjord → Gletscher → Wildlife → zurück nach Longyearbyen
Tag 3 – Aktiv in der Arktis
Am letzten Tag würde ich eine Aktivität wählen, die zur Jahreszeit passt:
Sommer: geführte Wanderung oder Hundewagen
Winter: Hundeschlitten oder Schneemobil
Frühjahr: Hundeschlitten, Schneemobil oder Eishöhle
Hundeschlitten wird auf Svalbard sogar ganzjährig angeboten; ohne Schnee kommen spezielle Wagen mit Rädern zum Einsatz.
3 Tage auf einen Blick
Tag | Programm |
1 | Longyearbyen, Museum & Geschichte |
2 | Fjord- und Gletschertour |
3 | Outdoor-Aktivität passend zur Saison |
Mein Tipp: Bei nur drei Tagen würde ich keinen weiten Tagesausflug nach Ny-Ålesund einplanen. Longyearbyen plus ein großes Naturerlebnis und eine aktive Tour geben dir einen wesentlich ausgewogeneren ersten Eindruck von Spitzbergen.

Spitzbergen in 5 Tagen – mein Reiseplan
Fünf Tage halte ich für eine sehr gute Reisedauer für den ersten Besuch auf Spitzbergen. Du hast genügend Zeit für Longyearbyen, eine größere Fjordtour und mehrere arktische Aktivitäten, ohne jeden Tag komplett durchzuplanen.
Tag 1 – Longyearbyen entdecken
Beginne mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten:
Svalbard Museum → Zentrum → Svalbard Kirke → Bergbaugeschichte
Wenn genügend Zeit bleibt, kannst du am Nachmittag Gruve 3 besuchen oder an einer geführten Tour durch Longyearbyen teilnehmen.
Tag 2 – Fjord & Gletscher
Reserviere einen ganzen Tag für eine Bootstour durch die Fjordlandschaft.
Ideal ist eine Tour, die Isfjorden, Gletscher und mögliche Tierbeobachtungen miteinander verbindet. Für mich wäre das eines der wichtigsten Erlebnisse einer Sommerreise.
Tag 3 – Aktiv in der Arktis
Jetzt geht es hinaus in die Landschaft.
Sommer: geführte Wanderung oder Gletscherwanderung
Winter: Hundeschlitten oder Schneemobil
Frühjahr: Schneemobil, Hundeschlitten oder Eishöhle
Tag 4 – Zweites großes Naturerlebnis
Den vierten Tag würde ich bewusst anders gestalten als Tag 2.
Im Sommer bieten sich beispielsweise eine Wildlife-Tour, Kajaktour oder weitere Wanderung an. Im Winter kannst du eine längere Schneemobil- oder Hundeschlittentour unternehmen.
Tag 5 – Longyearbyen & Reservetag
Den letzten Tag würde ich etwas ruhiger halten. Nutze ihn für Cafés, Souvenirs, Fotospots oder Sehenswürdigkeiten, die du am ersten Tag nicht geschafft hast.
Gleichzeitig dient dieser Tag als kleiner Wetterpuffer, falls eine Tour zuvor verschoben werden musste.
5 Tage auf einen Blick
Tag | Programm |
1 | Longyearbyen & Geschichte |
2 | Fjord- und Gletschertour |
3 | Outdoor-Aktivität |
4 | Zweites Naturerlebnis |
5 | Longyearbyen & Reserve |
Mein Tipp: Fünf Tage sind für eine erste Spitzbergen-Reise ein sehr guter Kompromiss. Plane die großen Ausflüge möglichst nicht alle hintereinander und halte etwas Flexibilität für Wetteränderungen frei.

Spitzbergen in 7 Tagen – mein Reiseplan
Mit sieben Tagen hast du genügend Zeit, Spitzbergen deutlich intensiver zu erleben. Neben Longyearbyen kannst du mehrere Naturerlebnisse miteinander kombinieren und gleichzeitig etwas Spielraum für das wechselhafte arktische Wetter lassen.
Tag 1 – Longyearbyen kennenlernen
Starte mit Svalbard Museum, Zentrum, Svalbard Kirke und Bergbaugeschichte. Optional kannst du Gruve 3 besuchen.
Tag 2 – Fjord & Gletscher
Plane einen ganzen Tag für eine Bootstour durch den Isfjorden ein. Gletscher, Berge und mögliche Tierbeobachtungen machen diesen Ausflug zu einem der Höhepunkte der Reise.
Tag 3 – Aktiv in der Arktis
Je nach Jahreszeit:
Sommer: Wanderung oder Gletscherwanderung
Winter: Hundeschlitten
Frühjahr: Schneemobil oder Eishöhle
Tag 4 – Wildlife & Natur
Heute steht die Tierwelt im Mittelpunkt. Eine geführte Wildlife-Tour bietet Chancen auf Rentiere, Walrosse, Seevögel oder Wale – abhängig von Jahreszeit und Region.
Tag 5 – Große Tagestour
Nutze den fünften Tag für einen längeren Ausflug. Im Sommer bietet sich beispielsweise eine größere Fjord- oder Gletscherexpedition an.
Welche Ziele erreichbar sind, hängt immer von Wetter und Eissituation ab.
Tag 6 – Zweites Arktis-Abenteuer
Jetzt kannst du eine Aktivität ergänzen, die bisher gefehlt hat:
Kajak · weitere Wanderung · Hundeschlitten · Schneemobil · Fototour
So wird die Reise abwechslungsreicher, statt mehrere ähnliche Touren zu buchen.
Tag 7 – Longyearbyen & Reserve
Den letzten Tag würde ich bewusst freihalten. Nutze ihn für Cafés, Souvenirs, Fotografie oder noch offene Sehenswürdigkeiten.
Gleichzeitig hast du damit einen wichtigen Wetterpuffer, falls eine Tour während der Woche verschoben wurde.
7 Tage auf einen Blick
Tag | Programm |
1 | Longyearbyen |
2 | Fjord & Gletscher |
3 | Outdoor-Aktivität |
4 | Wildlife & Natur |
5 | Große Tagestour |
6 | Zweites Arktis-Abenteuer |
7 | Longyearbyen & Reserve |
Mein Tipp: Bei sieben Tagen würde ich bewusst nicht jeden Tag komplett verplanen. Wetter und Bedingungen können sich auf Spitzbergen schnell ändern – etwas Flexibilität macht die Reise wesentlich entspannter.

Spitzbergen mit Kindern
Eine Reise nach Spitzbergen kann auch mit Kindern ein außergewöhnliches Abenteuer sein. Longyearbyen ist überschaubar und einige Aktivitäten eignen sich gut für Familien. Entscheidend sind das Alter der Kinder, die Jahreszeit und die Anforderungen des jeweiligen Veranstalters.
Was können Familien unternehmen?
Besonders gut eignen sich:
Svalbard Museum – anschaulicher Einstieg in Natur und GeschichteLongyearbyen entdecken – kurze Wege und viel Spannendes zu sehen
Hundeschlitten – je nach Anbieter und Mindestalter
Bootstouren – besonders auf größeren, geschützten Schiffen
Fossilien- und leichte geführte Wandertouren – für aktive FamilienGruve 3 – spannender Einblick in die Bergbaugeschichte
Welche Aktivitäten sind weniger geeignet?
Sehr lange RIB-Touren, anspruchsvolle Bergwanderungen oder mehrstündige Schneemobiltouren können für kleinere Kinder anstrengend sein. Bei vielen Aktivitäten gelten außerdem Mindestalter oder Mindestgröße.
Diese Voraussetzungen solltest du deshalb immer direkt beim Veranstalter prüfen.
Sicherheit mit Kindern
Außerhalb der Siedlungen gilt für Familien dieselbe wichtige Regel wie für alle Besucher: Wegen der möglichen Begegnung mit Eisbären sollte die Umgebung nicht einfach auf eigene Faust erkundet werden.
Mit Kindern würde ich Ausflüge außerhalb Longyearbyens grundsätzlich als organisierte Tour mit professionellem Guide planen.
Welche Jahreszeit eignet sich?
Für eine erste Familienreise würde ich den Sommer bevorzugen. Das lange Tageslicht, Bootstouren und die größere Auswahl an Aktivitäten machen die Reiseplanung einfacher.
Im Winter ist Spitzbergen ebenfalls faszinierend, allerdings stellen Kälte, Dunkelheit und Wetter höhere Anforderungen an Kleidung und Tagesplanung.
Mein Tipp: Plane mit Kindern lieber eine größere Aktivität pro Tag und lasse genügend freie Zeit. Spitzbergen muss nicht mit einem vollgepackten Programm erlebt werden – bereits Longyearbyen und die Landschaft rundherum sind für Kinder ein echtes Arktisabenteuer.

Anreise & unterwegs auf Spitzbergen
Die Anreise nach Spitzbergen ist trotz der abgelegenen Lage überraschend unkompliziert. Für die meisten Reisenden führt der Weg mit dem Flugzeug nach Longyearbyen, dem touristischen Zentrum des Archipels.
Mit dem Flugzeug nach Longyearbyen
Reguläre Flugverbindungen führen über Oslo oder Tromsø zum Svalbard Airport Longyear. Ein Direktflug von Oslo dauert ungefähr 3 Stunden, von Tromsø etwa 1,5 Stunden.
Da Svalbard außerhalb des Schengen-Raums liegt, finden bei der Reise entsprechende Identitätskontrollen statt. Du solltest deshalb einen gültigen Reisepass oder nationalen Personalausweis mitführen.
Vom Flughafen nach Longyearbyen
Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer außerhalb des Ortes. Zu den planmäßigen Flügen fährt ein Flughafenbus, der die Hotels und Gästehäuser in Longyearbyen anfährt. Alternativ kannst du ein Taxi nehmen.
Unterwegs in Longyearbyen
Longyearbyen ist sehr kompakt. Viele Ziele erreichst du innerhalb von 20 bis 30 Minuten zu Fuß. Zusätzlich gibt es Taxis und Mietwagen; im Sommer stehen auch Fahrräder zur Verfügung. Einen klassischen öffentlichen Nahverkehr gibt es – abgesehen vom Flughafenbus – nicht.
Einen Mietwagen halte ich für einen normalen Aufenthalt deshalb nicht unbedingt für notwendig.
Wie kommst du zu anderen Orten?
Hier unterscheidet sich Spitzbergen grundlegend vom norwegischen Festland: Zwischen den Siedlungen gibt es keine Straßen. Insgesamt existiert auf Svalbard nur ein sehr kleines Straßennetz.
Abhängig von Jahreszeit und Ziel erfolgt die Weiterreise deshalb beispielsweise per:
Boot · Schneemobil · Flugzeug · organisierter Expedition
Ny-Ålesund ist für Besucher beispielsweise normalerweise im Sommer im Rahmen von Bootsausflügen erreichbar.
Nicht einfach auf eigene Faust losfahren
Außerhalb der Siedlungen gelten besondere Sicherheits- und Naturschutzbestimmungen. Seit 1. Januar 2026 gelten zudem neue Field Safety Regulations; bei einer organisierten Tour übernimmt der Veranstalter die entsprechenden Pflichten.
Mein Tipp: Für die erste Spitzbergen-Reise brauchst du normalerweise keinen Mietwagen. Erkunde Longyearbyen zu Fuß und buche für Fjorde, Gletscher und die arktische Wildnis organisierte Touren. Das ist praktisch und erspart dir einen großen Teil der besonderen Logistik auf Svalbard.

Unterkünfte auf Spitzbergen – wo übernachten?
Für die meisten Reisenden ist Longyearbyen der beste Ausgangspunkt für eine Spitzbergen-Reise. Hier findest du die größte Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Tourenanbietern, und die meisten Ausflüge starten direkt im Ort.
Welche Unterkunft passt zu dir?
In Longyearbyen reicht das Angebot von einfachen Gästehäusern und Hostels bis zu komfortablen Hotels.
Günstiger: einfache Gästehäuser und Unterkünfte mit Gemeinschaftsbereichen eignen sich gut, wenn du dein Budget hauptsächlich für Ausflüge verwenden möchtest.
Mittelklasse: Hotels im oder nahe dem Zentrum sind praktisch, da Restaurants, Geschäfte und Treffpunkte vieler Touren schnell erreichbar sind.
Komfort: Hochwertigere Hotels bieten mehr Ausstattung und eignen sich besonders, wenn du nach langen Outdoor-Tagen etwas mehr Komfort möchtest.
Zentrum oder außerhalb?
Für die erste Reise würde ich möglichst zentral übernachten. Longyearbyen ist zwar klein, aber bei Kälte, Wind oder Schnee ist es angenehm, Restaurants und Geschäfte schnell erreichen zu können.
Einige Unterkünfte liegen etwas außerhalb des Zentrums und bieten dafür mehr Ruhe und einen stärkeren Blick auf die umliegende Landschaft.
Frühzeitig buchen
Spitzbergen besitzt nur eine begrenzte Zahl an Unterkünften. Besonders während der beliebten Reisezeiten im Frühjahr und Sommer würde ich Hotel und Flüge möglichst früh reservieren.
Mein Tipp: Investiere dein Reisebudget lieber in Bootstouren, Gletscher, Hundeschlitten oder andere Erlebnisse als zwingend in das teuerste Hotel. Auf Spitzbergen wirst du wahrscheinlich ohnehin einen großen Teil des Tages unterwegs sein.

Essen & Restaurants in Longyearbyen
Kulinarisch ist Longyearbyen überraschend vielseitig. Trotz der abgelegenen Lage findest du Restaurants, Cafés und Bars mit moderner norwegischer Küche ebenso wie internationale Gerichte. Gleichzeitig kannst du einige typische Aromen der Arktis kennenlernen.
Was isst man auf Spitzbergen?
Auf den Speisekarten findest du je nach Restaurant und Saison beispielsweise Rentier, Fisch und andere nordische Spezialitäten. Viele Restaurants kombinieren traditionelle Zutaten mit moderner skandinavischer Küche.
Da ein großer Teil der Lebensmittel aufwendig nach Spitzbergen transportiert werden muss, solltest du mit höheren Restaurant- und Lebensmittelpreisen als in vielen anderen Reisezielen rechnen.
Restaurants & Cafés
Longyearbyen besitzt für seine geringe Einwohnerzahl eine erstaunlich gute gastronomische Auswahl. Neben gehobener Küche gibt es gemütliche Cafés, Pubs und unkomplizierte Restaurants.
Gerade nach einer langen Wanderung, Boots- oder Schneemobiltour sind die Cafés und Restaurants auch ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens im Ort.
Selbstversorgung
Wenn deine Unterkunft eine Küche besitzt, kannst du dich auch selbst versorgen. In Longyearbyen gibt es einen Supermarkt mit einem umfangreichen Sortiment. Frische Lebensmittel können aufgrund der langen Transportwege allerdings vergleichsweise teuer sein.
Mein Tipp: Plane während deiner Reise mindestens einen Abend für ein etwas besonderes Essen ein. Die Kombination aus arktischer Umgebung und nordischer Küche gehört für mich durchaus zum Spitzbergen-Erlebnis.

Kosten & Reisebudget für Spitzbergen
Eine Reise nach Spitzbergen ist vergleichsweise teuer. Neben Flug und Unterkunft sind es vor allem die geführten Ausflüge, die das Reisebudget erhöhen. Da du die arktische Wildnis außerhalb Longyearbyens nicht wie ein gewöhnliches Wandergebiet auf eigene Faust erkunden solltest, gehören organisierte Touren für die meisten Besucher fest zur Reise dazu.
Wofür solltest du am meisten einplanen?
Die wichtigsten Kostenpunkte sind:
Flug: Die meisten Reisenden fliegen über Oslo oder Tromsø nach Longyearbyen.
Unterkunft: Von einfachen Gästehäusern bis zu komfortablen Hotels ist die Auswahl relativ groß, insgesamt aber eher hochpreisig.
Essen: Restaurants und Lebensmittel können aufgrund der abgelegenen Lage teurer sein als auf dem norwegischen Festland.
Ausflüge: Bootstouren, Hundeschlitten, Schneemobil, Eishöhlen und Gletscherwanderungen machen häufig einen erheblichen Teil des Budgets aus.
Wo kannst du sparen?
Wenn du die Kosten etwas reduzieren möchtest, würde ich eher bei Unterkunft und Verpflegung sparen als bei den Erlebnissen.
Eine einfache Unterkunft, gelegentliche Selbstversorgung und eine gezielte Auswahl von zwei oder drei größeren Touren können das Gesamtbudget deutlich überschaubarer machen.
Mein Budget-Tipp
Buche nicht mehrere sehr ähnliche Ausflüge. Für eine erste Reise würde ich das Geld lieber auf unterschiedliche Erlebnisse verteilen:
Sommer: Fjord-/Gletschertour + Wanderung + Wildlife
Winter: Hundeschlitten + Schneemobil + Eishöhle
So bekommst du für dein Reisebudget wesentlich mehr unterschiedliche Eindrücke.
Mein Tipp: Lege bereits vor der Buchung ein eigenes Aktivitätenbudget fest. Gerade auf Spitzbergen wäre es schade, bei den wichtigsten Arktiserlebnissen sparen zu müssen, weil Flug und Hotel bereits das gesamte Reisebudget aufgebraucht haben.

Packliste & Kleidung für Spitzbergen
Auf Spitzbergen solltest du dich auf Kälte, Wind und schnelle Wetterwechsel einstellen – auch im Sommer. Besonders wichtig ist das Zwiebelprinzip, damit du deine Kleidung flexibel an Aktivität und Wetter anpassen kannst.
Grundausstattung für Spitzbergen
Unabhängig von der Jahreszeit würde ich Folgendes einpacken:
Funktionsunterwäsche · warme Zwischenschicht · wind- und wasserdichte Jacke · robuste Schuhe · Mütze · Handschuhe · Sonnenbrille · kleiner Tagesrucksack
Auch eine Thermosflasche, Powerbank und Fernglas können bei längeren Ausflügen sehr praktisch sein.
Im Sommer
Zwischen Juni und August können die Temperaturen vergleichsweise mild sein, trotzdem kann es auf Bootstouren durch Wind und Fahrtwind sehr kalt werden.
Zusätzlich sinnvoll:
leichte Daunen- oder Isolationsjacke
wasserdichte Überhose
feste Wanderschuhe
dünne und wärmere Handschuhe
Sonnenschutz und Sonnenbrille
Schlafmaske wegen der Mitternachtssonne
Im Winter
Im Winter brauchst du deutlich mehr Isolation. Besonders wichtig sind warme Basisschichten, dicke Socken, isolierte Schuhe und ein guter Kälteschutz für Hände und Gesicht.
Bei organisierten Schneemobil-, Hundeschlitten- und anderen Wintertouren wird häufig zusätzliche Spezialkleidung gestellt. Prüfe trotzdem vorab, welche Ausrüstung im Tourpreis enthalten ist.
Kamera & Technik
Bei niedrigen Temperaturen verlieren Akkus schneller ihre Leistung. Nimm deshalb Ersatzakkus mit und bewahre sie möglichst körpernah auf.
Für Tierbeobachtungen lohnt sich außerdem ein Fernglas. Ein Teleobjektiv ist ideal, wenn du Wildtiere aus sicherer Entfernung fotografieren möchtest.
Mein Tipp: Packe lieber mehrere kombinierbare Kleidungsschichten als eine einzige extrem dicke Jacke ein. So bist du sowohl für Spaziergänge durch Longyearbyen als auch für längere Outdoor-Aktivitäten wesentlich flexibler.

Praktische Reisetipps & Sicherheit auf Spitzbergen
Eine Reise nach Spitzbergen erfordert etwas mehr Vorbereitung als ein gewöhnlicher Norwegen-Urlaub. Arktisches Wetter, große Entfernungen und Eisbären machen einige Regeln besonders wichtig.
Außerhalb Longyearbyens
Außerhalb der Siedlungen besteht grundsätzlich Eisbärengefahr. Für normale Urlauber würde ich deshalb geführte Touren mit lokalen Guides empfehlen. Sie kennen Gelände, Wetter und die geltenden Sicherheitsvorschriften.
Eisbären dürfen weder angelockt noch verfolgt oder unnötig gestört werden. Für Beobachtungen gelten vorgeschriebene Mindestabstände.
Wetter nicht unterschätzen
Das Wetter kann sich auf Spitzbergen schnell verändern. Wind, Nebel, Schnee und niedrige Temperaturen können Touren beeinflussen oder kurzfristige Änderungen notwendig machen.
Plane deshalb besonders bei einer mehrtägigen Reise etwas Zeitreserve ein.
Straßen & Fortbewegung
Zwischen den Siedlungen auf Spitzbergen gibt es keine Straßenverbindungen. Außerhalb Longyearbyens erfolgt die Fortbewegung abhängig von Jahreszeit und Ziel beispielsweise per:
Boot · Schneemobil · Hundeschlitten · geführter Wanderung
Ein klassischer Mietwagen-Roadtrip wie auf dem norwegischen Festland ist hier also nicht möglich.
Bezahlen
Die Währung ist die Norwegische Krone (NOK). Kartenzahlung ist in Longyearbyen weit verbreitet, sodass du normalerweise nur wenig Bargeld benötigst. Keine Kreditkarte? Dann schaut mal hier auf Tarifcheck vorbei!*
Mobilfunk & Internet
In Longyearbyen gibt es Mobilfunk und Internet. Sobald du dich weiter in die Wildnis bewegst, solltest du dich jedoch nicht auf eine normale Mobilfunkverbindung verlassen.
Bei organisierten Touren kümmert sich der Veranstalter um die notwendige Sicherheits- und Kommunikationsausrüstung.
Medizinische Versorgung
Longyearbyen besitzt ein Krankenhaus für die grundlegende medizinische Versorgung. Für schwerwiegende oder spezialisierte Behandlungen kann jedoch ein Transport auf das norwegische Festland notwendig werden.
Eine Reiseversicherung mit ausreichender Deckung für Aktivitäten und mögliche Evakuierungen würde ich für Spitzbergen deshalb besonders empfehlen.
Dokumente & Einreise
Svalbard gehört zu Norwegen, liegt aber außerhalb des Schengen-Raums. Bei der Reise über das norwegische Festland finden deshalb entsprechende Grenzkontrollen statt.
Nimm einen für deine Reise gültigen Reisepass oder Personalausweis entsprechend den geltenden Einreisebestimmungen mit und prüfe die Anforderungen vor Abreise noch einmal aktuell.
Mein Tipp: Buche Spitzbergen nicht mit einem komplett starren Tagesplan. Ein freier Nachmittag oder Reservetag kann sehr wertvoll sein, wenn eine Bootstour oder andere Aktivität wegen des Wetters verschoben werden muss.

Beste Reisezeit für Spitzbergen
Die beste Reisezeit für Spitzbergen hängt stark davon ab, was du erleben möchtest. Durch die extreme Lage in der Hocharktis unterscheiden sich Sommer, Winter und Frühjahr stärker voneinander als bei fast allen anderen Reisezielen Norwegens.
Sommer: Juni bis August – ideal für die erste Reise
Für einen ersten Besuch auf Spitzbergen würde ich den Sommer bevorzugen. Die Mitternachtssonne sorgt rund um die Uhr für Tageslicht und viele Fjorde sind per Boot erreichbar.
Diese Zeit eignet sich besonders für:
Bootstouren · Gletscher · Wandern · Kajak · Tierbeobachtungen · Mitternachtssonne
Gerade Juli und August sind interessant, wenn du möglichst viel von der Landschaft sehen möchtest.
Frühjahr: März bis Mai – Schnee & viel Tageslicht
Das Frühjahr ist für mich eine der spannendsten Reisezeiten. Noch liegt viel Schnee, gleichzeitig werden die Tage schnell länger.
Jetzt stehen vor allem:
Hundeschlitten · Schneemobil · Eishöhlen · Winterlandschaften
im Mittelpunkt.
Ab ungefähr 20. April beginnt in Longyearbyen die Mitternachtssonne, sodass du Schnee und 24 Stunden Tageslicht miteinander kombinieren kannst.
Winter: Oktober bis Februar – Polarnacht & Nordlichter
Wenn du Spitzbergen von seiner extremsten Seite kennenlernen möchtest, ist die dunkle Jahreszeit interessant.
Die Sonne bleibt über Wochen unter dem Horizont und während der dunkelsten Phase herrscht echte Polarnacht. Dadurch können Nordlichter bei geeigneten Bedingungen sogar tagsüber sichtbar sein.
Diese Reisezeit eignet sich besonders für:
Nordlichter · Polarnacht · winterliche Atmosphäre · Hundeschlitten
Allerdings musst du dich auf Kälte und sehr wenig beziehungsweise gar kein Tageslicht einstellen.
Mein Buch findet ihr hier auf Amazon:
Welche Reisezeit passt zu dir?
Dein Wunsch | Beste Reisezeit |
Erste Spitzbergen-Reise | Juni–August |
Mitternachtssonne | Ende April–August |
Bootstouren & Fjorde | Sommer |
Wandern | Sommer |
Wildlife | besonders Sommer |
Schneemobil | Winter–Frühjahr |
Hundeschlitten im Schnee | Winter–Frühjahr |
Eishöhlen | Winter–Frühjahr |
Nordlichter | dunkle Jahreszeit |
Polarnacht | Ende Oktober–Mitte Februar |
Mein Favorit für die erste Reise
Wenn du Spitzbergen zum ersten Mal besuchst, würde ich Juni bis Anfang August wählen. Du bekommst lange beziehungsweise rund um die Uhr helle Tage, Bootstouren, Gletscher, Wanderungen und gute Möglichkeiten für Tierbeobachtungen.
Möchtest du dagegen das intensivere Arktiserlebnis mit Schnee, würde ich März oder April wählen. Dann kannst du Winterlandschaft, Hundeschlitten und Schneemobil mit zunehmend langen Tagen verbinden.
Mein Tipp: Es gibt auf Spitzbergen nicht die eine perfekte Reisezeit. Entscheide zuerst, ob du Fjorde & Mitternachtssonne, Schnee & Winteraktivitäten oder Polarnacht & Nordlichter erleben möchtest – daraus ergibt sich deine beste Reisezeit fast automatisch.
Weitere Informationen und mehr findet ihr auf optimalereisezeit.de!

Mein persönliches Fazit zu Spitzbergen
Spitzbergen ist für mich eines dieser Reiseziele, die sich kaum mit einem gewöhnlichen Norwegen-Urlaub vergleichen lassen. Schon die Lage auf 78° Nord, die gewaltigen Fjorde, Gletscher und die nahezu unbewohnte Landschaft vermitteln ein Gefühl von Abgeschiedenheit, das du nur an wenigen Orten Europas erleben kannst.
Besonders faszinierend finde ich die Gegensätze. Im Sommer scheint die Sonne rund um die Uhr, während im Winter die Polarnacht das Leben bestimmt. Dazu kommen Hundeschlitten, Schneemobile, Bootstouren, Gletscher und eine Tierwelt mit Rentieren, Walrossen, Polarfüchsen und natürlich Eisbären.
Was Spitzbergen für mich besonders macht
Es ist weniger eine einzelne Sehenswürdigkeit als das Gesamterlebnis Arktis.
Longyearbyen zeigt dir, wie Menschen unter extremen Bedingungen leben. Bereits wenige Kilometer außerhalb der Siedlung beginnt dagegen eine Landschaft, in der die Natur eindeutig den Rhythmus vorgibt.
Gerade deshalb würde ich eine Reise nicht ausschließlich mit dem Wunsch verbinden, einen Eisbären zu sehen. Eine solche Sichtung ist nicht planbar. Fjorde, Gletscher, Mitternachtssonne und die enorme Weite machen Spitzbergen auch ohne Eisbär zu einem außergewöhnlichen Reiseziel.
Wie lange würde ich bleiben?
Für die erste Reise halte ich fünf bis sieben Tage für ideal. Drei Tage funktionieren für einen ersten Eindruck, lassen aber wenig Spielraum für Wetteränderungen.
Wenn ich mich für eine Jahreszeit entscheiden müsste, würde ich beim ersten Besuch den arktischen Sommer wählen. Bei einer zweiten Reise würde ich dagegen bewusst im Frühjahr kommen, um Spitzbergen mit Schnee, Hundeschlitten und Schneemobil zu erleben.
Mein Fazit: Spitzbergen ist kein Reiseziel zum schnellen Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Die eigentliche Attraktion ist die Arktis selbst – ihre Stille, ihre Weite und das Gefühl, sich am Rand der bewohnten Welt zu befinden. Wer Natur und außergewöhnliche Landschaften liebt, findet hier eines der faszinierendsten Reiseziele Norwegens.

Aktivitäten auf Spitzbergen könnt ihr hier finden und buchen:
Hier findet ihr immer mal ein paar Bilder aus Norwegen:
Meine Norwegen Videos findet ihr hier:
FAQ Spitzbergen – häufige Fragen & Antworten
1. Lohnt sich eine Reise nach Spitzbergen?
Ja. Spitzbergen ist besonders interessant, wenn du arktische Landschaften, Gletscher, Fjorde, außergewöhnliche Tierwelt und Outdoor-Aktivitäten erleben möchtest. Mit einem klassischen Norwegen-Urlaub lässt sich das Reiseziel kaum vergleichen.
2. Wie viele Tage sollte man für Spitzbergen einplanen?
Für die erste Reise würde ich fünf bis sieben Tage empfehlen. Drei Tage reichen für Longyearbyen und einige ausgewählte Aktivitäten, bieten aber wenig Spielraum bei wetterbedingten Änderungen.
3. Wann ist die beste Reisezeit für Spitzbergen?
Für eine erste Reise eignen sich besonders Juni bis August. Dann kannst du Bootstouren, Wanderungen, Gletscher und die Mitternachtssonne erleben. Für Schnee, Hundeschlitten und Schneemobil sind Winter und Frühjahr interessanter.
4. Wann ist auf Spitzbergen Mitternachtssonne?
In Longyearbyen bleibt die Sonne ungefähr vom 20. April bis 23. August durchgehend über dem Horizont.
5. Wann ist auf Spitzbergen Polarnacht?
Die Sonne bleibt in Longyearbyen ungefähr von Ende Oktober bis Mitte Februar unter dem Horizont. Während der dunkelsten Wochen wird es selbst tagsüber nicht richtig hell.
6. Kann man auf Spitzbergen Nordlichter sehen?
Ja. Besonders während der dunklen Jahreszeit bestehen gute Möglichkeiten. Durch die Polarnacht kann es zeitweise sogar tagsüber dunkel genug für Nordlichter sein.
7. Gibt es auf Spitzbergen Eisbären?
Ja. Eisbären können grundsätzlich überall auf Svalbard vorkommen. Eine Sichtung während einer normalen Reise ist allerdings nicht garantiert und sollte niemals durch gezieltes Annähern oder Verfolgen erzwungen werden.
8. Kann man Eisbären in Longyearbyen sehen?
Gelegentlich können Eisbären in die Nähe von Siedlungen gelangen, das ist aber nicht der Normalfall. Longyearbyen ist kein Ort, an dem Touristen regelmäßig Eisbären beobachten.
9. Darf man Longyearbyen alleine verlassen?
Außerhalb der Siedlungen besteht Eisbärengefahr und es gelten besondere Sicherheitsanforderungen. Für normale Urlauber würde ich deshalb organisierte Touren mit erfahrenen lokalen Guides empfehlen.
10. Wie kommt man nach Spitzbergen?
Die meisten Besucher reisen mit dem Flugzeug nach Longyearbyen. Die üblichen Verbindungen führen über das norwegische Festland, insbesondere über Oslo oder Tromsø.
11. Braucht man auf Spitzbergen ein Auto?
Nein. Longyearbyen kannst du größtenteils zu Fuß erkunden. Zwischen den Siedlungen existieren ohnehin keine Straßenverbindungen. Weiter entfernte Ziele erreichst du je nach Jahreszeit beispielsweise per Boot oder Schneemobil.
12. Ist Spitzbergen teuer?
Ja. Besonders Unterkünfte, Restaurants und organisierte Ausflüge können das Reisebudget stark erhöhen. Ich würde deshalb bereits vor der Reise ein separates Budget für Aktivitäten einplanen.
13. Welche Aktivitäten sollte man auf Spitzbergen unbedingt machen?
Für die erste Reise würde ich mindestens ein großes Naturerlebnis einplanen. Im Sommer wäre das eine Fjord- und Gletschertour, im Winter beziehungsweise Frühjahr eine Hundeschlitten- oder Schneemobiltour.
14. Kann man auf Spitzbergen wandern?
Ja. Rund um Longyearbyen gibt es zahlreiche interessante Wandergebiete. Wegen der besonderen Bedingungen und der möglichen Eisbärengefahr sind geführte Wanderungen für Besucher häufig die sinnvollste Variante.
15. Kann man Spitzbergen mit Kindern besuchen?
Ja, allerdings hängt vieles vom Alter der Kinder ab. Museen, Longyearbyen, ausgewählte Bootstouren und einige Hundeschlittenangebote eignen sich für Familien. Bei vielen Outdoor-Aktivitäten gelten Mindestalter oder andere Teilnahmebedingungen.
16. Welche Tiere kann man auf Spitzbergen sehen?
Neben Eisbären leben hier unter anderem Spitzbergen-Rentiere, Polarfüchse und Walrosse. In den umliegenden Gewässern können verschiedene Walarten vorkommen, während im Sommer zahlreiche Seevögel auf dem Archipel brüten.
17. Kann man Pyramiden besuchen?
Grundsätzlich können Reisen nach Pyramiden möglich sein. Aufgrund der aktuellen politischen Situation und der Verbindung der Siedlung zum russischen Staatsunternehmen Trust Arktikugol solltest du dich vor der Reise jedoch über den aktuellen Stand und verfügbare Angebote informieren.
18. Kann man Ny-Ålesund besuchen?
Ja, Besuche sind beispielsweise im Rahmen bestimmter organisierter Bootsausflüge und Expeditionskreuzfahrten möglich. Ny-Ålesund ist allerdings in erster Linie eine internationale Forschungsstation und kein gewöhnlicher Touristenort.
19. Welche Kleidung braucht man auf Spitzbergen?
Auch im Sommer solltest du auf Kälte, Wind und schnelle Wetterwechsel vorbereitet sein. Am besten funktioniert das Zwiebelprinzip mit Funktionswäsche, warmer Zwischenschicht sowie wind- und wasserdichter Oberbekleidung.
20. Ist Spitzbergen gefährlich?
Eine gut organisierte Reise ist grundsätzlich gut machbar. Die arktische Umgebung sollte aber ernst genommen werden. Zu den Risiken gehören Eisbären, Wetter, Kälte, Gletscher und abgelegene Gebiete. Bei geführten Touren kümmern sich professionelle Veranstalter um die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen.
21. Kann man auf Spitzbergen mit Karte bezahlen?
Ja. Kartenzahlung ist in Longyearbyen weit verbreitet. Die offizielle Währung ist die Norwegische Krone.
22. Gibt es Internet und Mobilfunk auf Spitzbergen?
In Longyearbyen stehen Mobilfunk und Internet zur Verfügung. In abgelegenen Regionen solltest du dich dagegen nicht auf normalen Mobilfunkempfang verlassen.
23. Braucht man für Spitzbergen einen Reisepass?
Svalbard gehört zwar zu Norwegen, liegt aber außerhalb des Schengen-Raums. Da die übliche Anreise über das norwegische Festland führt, solltest du ein für deine Reise und Staatsangehörigkeit gültiges Reisedokument mitführen und die aktuellen Einreisebestimmungen vor Abflug prüfen.
24. Was ist der Unterschied zwischen Svalbard und Spitzbergen?
Svalbard bezeichnet den gesamten Archipel. Spitsbergen ist die größte Insel innerhalb des Archipels. Im Deutschen wird „Spitzbergen“ allerdings häufig auch für die gesamte Inselgruppe verwendet.
25. Ist Spitzbergen für die erste Norwegen-Reise geeignet?
Grundsätzlich ja – allerdings würde ich Spitzbergen eher als eigenständige Arktisreise betrachten. Wenn du zuerst Fjorde, Städte und klassische Landschaften Norwegens kennenlernen möchtest, bietet sich zunächst das Festland an. Suchst du dagegen gezielt ein außergewöhnliches Naturerlebnis, ist Spitzbergen eine hervorragende Wahl.



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